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Tagebuch.
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197
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T a g e b u ch.

i.

Ostcnd« im August !»«Z.

Was sagen Sie dazu, lieber Kurcmda, daß ich nach so langem Stillschwei­gen jetzt auf einmal aus Ostcnde an Sie schreibe, mithin an Ihnen vorübergc- reist bin? Allein, wissen Sie, ich wollte gern als ganz genesener Mensch nach Brüssel und zu Ihnen kommen. Ist es nicht höchst unanständig, daß man ei­nen Unterleib haben muß? Vom Oberleibc will ich nichts sagen, der ist schon nobler. Wie fatal aber, daß ein menschlicher Königswille cm eine solche Na- deas-eorpus-^cte gebunden ist, an ein solches Unter- und Oberhaus! Mein Oberhaus hat es immer rechtschaffen mit mir gehalten, wie es Oberhäusern und ersten Kammern so wohl ansteht. Die Luft der deutschen Berge und die Freiheit des deutschen Bundes athmet meine Brust breit und ohne Hüsteln. Aber das fatale Unterhaus! Stolz auf sein eigenes Nervengeflecht, dem die Aerzte vollends den hochmüthigcn Namen des Sonncngcflechts beilegen, hat cs sich mehr und mehr unabhängig machen wollen. Ich habe das Meer zu Hülfe rufen müssen, denn ich bin einer der Könige, die sich nicht selbst zu helfen wissen. Und siehe, das deutsche Meer hat sich nicht für incompctent er­klärt, sondern mit den hundert Schauergeißeln seiner Flutwellen hat es den eigenwilligen Unterleib gepeitscht und die Pulse schlagen wieder geregelter.

Aber was soll ich Ihnen nun von Ostende sagen? Sie kennen cs ja besser, als ich. In 4 Stunden ist man von Brüssel hier und wie oft mögen Sie schon hier gewesen sein! Ich wandle gern am feuchten Strande zwischen den anstürmenden Fluten und den Menschen, die hoch oben auf dem schöne«