T a g e b u eh.
i.
Brief aus Paris.
Da» Testament dc» Herzogs von Orleans. — Die Wahlen. — Zwölf Stimmen und zwölf Stamme. — Guizot'S goldcnstrahlcnde Sonne. — JcrcmiaS auf den Trümmern von Paris. — Ein Supplement zu Ariftophaneö' Fröschen. — Ein moderner Achill, aber mit unvcrwnndendcr Zuna,e. — Ccrflieer und Meycrbccr.— Ker<I)!»!ri eupil». — Heinrich von EichcnfelS und der Graf von Pari». — ZuknnstS-Politik der französischen Juden. — Cremicnr und seine DamaSccnerklingc. — Geistreiche BcrtheidiguugSmcthodc, nicht ->d iullixuato, sondern ub iuäiAu».
Der Herzog von Orleans hat Frankreich ein reiches Testament zurückgelassen. Zwar werden Sie in den französischen Journalen vergebens die einzelnen Punkte desselben suchen; denn die Franzosen haben es nicht verstanden: wir Deutschen aber verstehen es. „Nur ein Mal raffte sich der Herzog aus seiner Agonie auf," — werden Sie in allen Berichten über seinen Tod finden — „er schien sprechen zu wollen, verfiel aber sogleich in ein Delirium und stammelte einige deutsche Worte- „macht die Thür zu, es ist draußen Feuer." *) Die letzten Worte des französischen Thronerben waren deutsch: der ahnende Geist der Geschichte gab hier einen wunderbaren Fingerzeig für die Zukunft. Welche Ereignisse, welche ungeheuere Weltveränderung der Tod des ältesten Sohnes Louis Philipp's herbeiführen kann, weiß Jedermann. Wird Frankreich seine letzten Worte sich zu Herzen nehmen? Da draußen steht der junge Herzog von Bordeaux, umgeben von seinen Partisanen, die triumphirende und hoffende Blicke mit den Legitimisten wechseln; Rußland sucht einen neuen
') Siehe SiSclc vom ti. Juli.
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