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Zeit und Bildung spurlos vorüberströmte, sei hier mit einer steirischen Auffassung des Fegefeuers geschlossen, wie sie ohnlängst ein kirchliches Blatt seinen Lesern zum Besten gab, und wie Man sie ebenso gut nach einer steirischen Predigt hätte niederschreiben können:
Die armen Seelen im Fegfeuer.
Die armen Seelen im Orte der Reinigung leiden unsägliche Peinen: — — Außer dem Verlust der Anschauung Gottes erdulden sie das Feuer, die Finsterniß und die Qual durch den Satan.---Dies Feuer (natürlich von unsern irdischen Flammen verschieden) kommt, was seine Heftigkeit betrifft, der höllischen Glut gleich; „denn — sagt der heilige Thomas von Aquino — „das gleiche Feuer peinigt die Verdammten in der Hölle und
die Gerechten imFegseuer."--Dies Feuer hat das Eigne, daß es nicht
leuchtet, sondern seine Wirkung ist schwarze Finsterniß.--Der Ewiggerechte übergibt ohne Zweifel einige Seelen auch den Dienern seiner Rache —
dem Teufel.--' Viele Beweggründe drängen uns, den armen Seelen zu
helfen.--Ein Mensch liegt mit zehn eisernen Klammern an ein Bret
gefesselt, so unbeweglich, daß er kaum Athem schöpfen, sonst aber sich durch-" aus nicht rühren kann. Knapp über seinem Rücken hängt eine Walze, hier und da mit scharfen Stacheln besetzt; sie wird durch ein Räderwerk, ähnlich einer Uhr, in Bewegung gebracht und drückt, ihm bei jeder Umdrehung die Spitzen ins Fleisch :c. (welche Raffinerie im Erdenken dieses Folterbildes aus der „guten alten Zeit!") Empfohlen wird dann das Bezahlen von Todten- messen, „das schnellste und vollkommenste Läuterungsmittel," die Gewinnung solcher Ablässe, welche auch den Hingeschiedenen zu Gute kommen; Anrufungen, Gebete, gute Werke, Wallfahrten, Uebernahme ihrer Schulden, pflichtmäßige Restitutionen u. f. w.
S'ist eben noch immer der alte Spruch Tezels:
Sobald das Geld im Kasten klingt, Die Seele aus dem Fegseucr springt.
Die griechisch-römische Panromimik und das moderne Ballet.
Wenn man die Tanzkunst der Griechen und Römer im Allgemeinen mit der modernen vergleicht, so zeigt sich auf den ersten Blick eine principielle Differenz, welche die Aehnlichkeit bedeutend verringert, ja beinahe aushebt. Bei uns ist der Tanz vorherrschend geselliger Genuß; die Tanzenden kümmern