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Bilder aus der deutschen Vergangenheit.
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Jesuiten und Judenkinder um 1693.
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Die Mortara-Angelegenheit beschäftigt seit einigen Monaten die gesammte zcitungslesende Welt. Der Fall ist wohl geeignet, den Unterschied zwischen einst und jetzt bemerkbar zu machen. Die päpstliche Regierung steht als Beschützerin eines ruchlosen Bekehrungseifers in grellem Gegensatz zu der öffentlichen Meinung; Millionen Christen aller Conscssionen nehmen Antheil an dem Eingriff in die Rechte einer einzelnen Familie; zahlreiche Petitionen werden wie in England und Frankreich, so auch im protestantischen Deutschland verfaßt; diplomatische Acte und öffentliche Aeußerungen einiger Staatsregierungen sind nöthi,g geworden. Solch allgemeiner Antheil an dem Schicksal eines jüdischen Kindes ist bei uns erst seit kurzem möglich. Humanität und Sittlichkeit haben erst seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts die con- sessivnclle Beschränktheit überwunden und die Tagespreise hat erst in diesem Jahrhundert ihre gewaltige Ausbildung erhalten, und trägt mit einer früher ungcahneteu Schnelligkeit die Thatsachen und das Urtheil darüber um den ganzen Erdkreis. Sie, sowol der Ausdruck, als die Erzeugerin einer öffentlichen Meinung, die Beschützerin der Schwachen, der mächtigste Anwalt der Unterdrückten, hat überall, wo sie zu kräftigem Gedeihen gelangt ist, ähnliche Gewaltthaten unmöglich gemacht.
Was hier mitgetheilt wird, sind kleine Züge aus einer Periode, welche nur fünf bis sechs Generationen vor uns liegt. Es sind freudenlose Zustände, klägliche Vcrirrungen, aber es ist aus ihnen Einiges von allgemeinem Interesse zu lernen.
Am Ende des 17. Jahrhunderts war die Lage der Juden nur wenig besser als in dem rohesten Mittelalter. Seit sehr alter Zeit war ihre rechtliche Stellung ebenso voll von Widersprüchen, wie ihre sociale. Von der Kirche wurden sie verabscheut und verdammt, im geschäftlichen Verkehr waren sie unentbehrlich und viel gesucht, ihre staatlichen Rechte waren dem Buch- Grenzbotm IV. 1853. 56 >