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Ein deutscher Virtuos aus Otnhmti.
In diesen Tagen erscheint in Leipzig, bei F. L. Herbig unter dem Titel „Aus dem Wanderbuch eines östreichischen Virtuosen" eine Sammlung von Briefen des bekannten Violinspielcrs M. Hauser, in welchen derselbe seine Kunstreise von Neuyork nach Californien, verschiedenen Staaten Südamerikas, Australien u. s. w. schildert. Wir glauben, daß dieses Buch Glück machen wird. Der Verfasser sieht gut und weiß das Gesehene bisweilen recht anmuthig wiederzugeben. Er hat einen glücklichen Humor und trägt seine Erzählungen mit einer liebenswürdigen Unbefangenheit vor, welche Leuten seines Berufs nicht häufig eigen ist. Sehr hübsch sind seine Berichte von dem Treiben der Virtuosen in San Francisco und den Goldminen, ungemein anziehend seine Schilderung des Lebens in Lima, Valparaiso, San Jago ,di Chile, wo er als Künstler Gelegenheit fand, auch in die Kreise der vornehmen Welt Blicke zu thun, besonders interessant endlich die Mittheilungen von seinen Abenteuern auf Otahaiti, wo er das erste Concert gab, welches hier gehört wurde. Ein Auszug aus den Briefen, welche seine Abenteuer und Beobachtungen im Reiche der Königin Pomare schildern, wird am besten geeignet sein, die Leser mit der Art und Weise des Buches bekannt zu machen. Er war am 30. Sept. 1854 in Otahaiti oder Tahiti angelangt und hielt sich zwei Wochen dort auf. Schon bei seinem Eintritt in die Hauptstadt begegnete ihm ein Abenteuer, welches er nicht wol erwarten konnte:
Börnes Worte, „gebratene Aepfel, den Schnupfen und eine Obrigkeit findet man überall", bewahrheiten sich auch da, denn man hat keine Idee, wie man hier von der Polizei gequält wird. Sie besteht aus Eingebornen, die aus Furcht vor der französischen Herrschaft ihren Diensteifer lieber zu viel als zu wenig ausüben. Kein Fremder darf auf der Insel ohne Erlaubniß übernachten, und will er längere Zeit bleiben, so müssen Pässe, Documente und dergleichen einer hochweisen otahaitischen Polizei übergeben werden, die dann nach genauen Prüfungen sich entschließt, dem Fremden eine Aufenthaltskarte auszuhändigen.
Gleich nach meiner Ankunft verfügte ich mich ins Polizeiamt, das sich von den Hütten der Eingebornen nur durch eine französische Fahne unterscheidet, die auf der Dachspitze flattert. Der Beamte, ein Eingeborner, nahm sich in der weiten blauen Jacke, den französischen Pantalons mit rothen Streifen, aus denen die nackten gelben Füße hervorguckten, sehr komisch aus. Nachdem er mich von Kopf bis zu Fuß neugierig betrachtet, begann die Untersuchung meines Reisepasses.