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zweifelhaft sein. Der Papst erließ an die Behörde die strengsten Befehle, den Ketzer auszuliefern, März 1493, und wenn diese im Anfang noch zögerte, so gab ihr bald ein sonderbarer Zwischensall Gelegenheit, sich des lüstigen Neuerers zu entledigen.
Savonarolas Ansehn beruhte zum großen Theil darauf, daß man ihn für einen Propheten und Wunderthäter hielt. In solchen Fällen wird man zuletzt, sobald der fantatische Enthusiasmus verraucht ist, nach wirklichen Zeichen verlangen. Ein leidenschaftlicher Anhänger Savonarolas hatte sich erboten, für die Wahrheit seiner Lehre die Feuerprobe zu bestehn. Ein Franziskaner wollte das Gegentheil aus demselben Wege beweisen. Das Volk freute sich auf das neue Schauspiel, die Schranken waren überfüllt, der Holzstoß angeschürt, aber bald merkte man, daß es den beiden Parteien unheimlich wurde; die unsinnigsten Vorwände wurden herbeigesucht, die Probe zu beseitigen, bis es endlich zu regnen ansing und Savonarola feierlich erklärte, daß Gott die Prüfung nicht wolle. Das Volk, das ein Wunder erwartet, war im höchsten Grade aufgebracht, auf die Sache des Propheten siel das Gepräge des Lächerlichen, er war verloren. Wenige Tage darauf brach ein Volksaufstand aus, man stürmte das Kloster San Marco, Savonarola lieferte sich aus, und dieselbe Pöbelmasfe, die ihn früher vergöttert, war nahe daran, ihn in Stücke zu zerreißen. Den 9. April wurde der Proceß gegen ihn eingeleitet, er gestand aus der Folter alles, was man wollte, erklärte aber gleich darauf, nur durch den Schmerz bestimmt worden zu sein. Den 23. Mai 1493 wurde er gehängt, seine Anhänger verbannt oder zu starken Geldstrafen verurtheilt, unter den letztern war ein damals noch unbekannter Mann Nicolo Macchiavelli.
Reisen in Italien.
2. ' ' '
Seit dem Jahr 1789 kam auch in die deutschen Beschreibungen Italiens ein neues Element. Von der gewaltigen Gährung, welche die französische Revolution in dem geistigen Leben von ganz Europa hervorbrachte, ist fortan auch hier etwas zu spüren. Bisher hatte man sich entweder in das friedliche Studium der Natur und der Vergangenheit, der Kunst und des Alterthums versenkt, ohne sich die daraus erwachsenden Genüsse durch einen Blick auf die