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Von der preußischen Grenze.
Der Oberhofpredigcr Ehrcnbcrg, dcr ehemalige Rcligionslehrcr des jetzigen Regenten, hat mit Einwilligung desselben das Glaubensbekenntnis;, welches dcr Prinz bei seiner Konfirmation abgelegt, dcr Ocffcntlichkcit übergeben. Es ist ein schöner Gedanke, daß dcr edle Fürst in dem Augenblick, wo ihm dic Macht über so viele Millionen gegeben ist, sich diese Grundsätze seiner Jugend wie einen Spiegel vor Augen hält, um sich gleichsam noch einmal zu binden gegen Gott und gegen die Menschen. Denn das ist dcr Sinn dieser Veröffentlichung- nicht die Zufriedenheit mit srühcr gehegten Gedanken, sondern die Erneuerung derselben mit dem vollen Bewußtsein, daß sie für die Nachwelt das Maß sein werden, dic Handlungswcisc dessen zu richten, dcr in seiner Jugcnd so gcfühlt und so gedacht hat. Von den edlen Grundsätzen dieses Glaubcnsbckcnntnsscs heben wir nur einige hervor. „Ich weiß, was ich als Mensch und als Fürst der wahren Ehre schuldig bin. Nie will ich in Dingcn meine Ehre suchen, in denen nur der Wahn sie finden kann." — „Meine Kräfte gehören dcr Wclt, dcm Vaterland, ich will unablässig in dem mir angewiesenen Kreise thätig scin, meine Zeit auf das beste anwenden und so viel Gutes stiften, als in meinem Vermögen steht." — „Ich will keinem Menschen Unrecht thnn, kcincm hart scin. keinen kränken- oder demüthigen und wo ich darin fehlen sollte, es cingcstchen und auf alle Weise wieder gut zu machcn suchen." „Doch will ich meiner Pflicht gemäß alles aufbieten, daß das Werk dcr Heuchelei und Bosheit zerstört, das Schlechte und Schändliche dcr Verachtung Preis gegeben und das Verbrechen zur vcrdicnten Strafe gegeben werde. Davon darf mich kein Mitlcidcn zurückhalten." — „Verderbte Mcnschcn und Schmcichlcr will ich entschlossen von mir weisen. Die besten, dic aufrichtigsten follcn mir die liebsten sein. Die willnch für meine wahren Freunde halten, die mir die Wahrheit sagen, wo sie mir mißfallen könnte." — Mit Recht setzt der Geistliche hinzu: „Zu den Fürsten drängen ^ alle sich hin, die Schlechtesten am meisten; ihrer Gunst möchten sich alle erfreun, und die pflegcn sich um dicsclbc am eifrigsten zu bewerben, die sie zu ihrem eignen Vortheil, zu der Fürsten und Völker Verderben mißbrauchen wollen. Das beste Herz ist nicht hinlänglich gesichert vor dcm schädlichen Einfluß des vertrauteren Umgangs, die festesten Grundsätze wanken diesem Einfluß." — Der gerade, echt deutsche Sinn des Prinzen wird dicscr Gcfahr cntgehn, und mit vollem Herzen stimmen wir dcm Schlußwort des würdigen Geistlichen bei: „Gott befestige Eure königl. Hoheit in diesen Grundsätzen, helfe Ihnen nach denselben Ihr ganzes Leben einrichten und zu seiner Ehre führen, und lasse Sie den herrlichen Segen derselben allzeit erfahren."
Der alte Landtag hat mit der Anerkennung dcr Regentschaft seine dreijährige Laufbahn, .die nicht die ruhmvollsten Seiten unserer Geschichte füllen wird, glücklich beschlossen. Er ruhe in Frieden und scin Andenken möge bald durch bessere Nachfolger ausgetilgt wcrdcn. Wenn aber dcr letzte Act scincs Lebens d. h. sein Schweigen von Seiten der Nationalzeitnng getadelt wird, so sind wir nicht im Stand, diese Vorwürfe zu vcrstehn. Ganz abgesehn davon, daß Adressen und Anreden, die keinen bestimmten Zweck haben, am besten unterbleiben, daß es sich von