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Aus der Jugendzeit : Erinnerungen : (Schluß) : 13. Bis zur Reifeprüfung
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Abends gab es frische Wurst. Eier. Schinken, Kartoffelsalat. Butter und Kase. Dazu ein Glas Bier, uud das gab eiue überaus fröhliche, unsern jungen Herzen wohl­tuende Geselligkeit. Die Sterne standen schon am Nachthimmel, als wir uns mrt herzlichem Dauke cmpfcchleu. Dann ging es niit fröhlichem Gesang und lustiger Plauderei heimwärts durch die schöne Sommernacht. ,

Dann kam noch der große Tag der feierlichen Entlassung der Abiturieuteu. Zum letztenmal saßen wir diesesmal im Frack und weißer Binde auf der Schulbcmk vor unserm Direktor. Er hielt uus eine wenn auch nicht gerade beweg­liche, so doch warme und den humanistischen Idealen entsprechende Abschedsrede Dann las er unsre Reifezeugnisse vor und händigte sie uus aus. Die Schulzelt war vorüber. Ein großer Abschluß war erreicht. Ich war ein freier Mann ge­worden und sollte nun ans den engen Schranke» der Schule, des Vaterhauses und der Vaterstadt hinaussegeln in die Freiheit des Lebens. Ich fürchtete muh nicht davor; aber ich war mir vollkommen klar darüber, daß ich weder die sittllche .Knse des Charakters noch die intellektuelle des Verstandes besaß, die mir das Reife­zeugnis zuschrieb. Es hieß darin:Seine Sittenreinheit nnd die ansprechende Gefälligkeit seines äußeru Benehmens gewannen ihm ebensowohl bei Mitschülern "»d Vorgesetzten wie in allen sonstigen Verhältnisfen Wohlwollen nnd Liebe." ^h kam mir durchaus uicht sittcureiu vor, und obwohl ich vielfach verhätschelt war, Empfand ich das mehr als einen Charaktermaugel, als als Vorzug. Auch die sonstigen Lobsprüche, die mein Zeugnis enthielt, erschiene» mir übertrieben und der Wirklichkeit nicht entsprechend.

Das hinderte mich aber nicht an dem vollen Genusse der bis dahin m diejem Maße noch nie empfundnen persönlichen Freiheit. So unfertig und nnabgeschlossen ^) "'ich fühlte, ich hatte, wie man sich in Quedlinburg ausdrückte, die Tasche Volt großer Rosinen. Frei von den Fesseln der Schule und den engen Schranke» des väterlichen Hauses wollte ich mir draußen schon alles erringen, was ich brauchte, um ein tüchtiger, selbständiger und glücklicher Mann zu werden. Ach. wie weing wußte ich von der Wirklichkeit des Lebens! Das Zeugnis der Reife hatte man «^'r gegeben. In Wahrheit war ich nichts als ei» unreifer Knabe voll törichter ^llttsionen.

Zwei Seelen

Ein Lebensbild von Wilhelm Speck (Fortsetzung)

n einem Sonnabend Abend ging es zu Ende. Der Tag war heiß und schwül gewesen, uud niu westlichen Himmel standen Ge­witterwolken. Der Meister hatte nichts mehr zn sich nehmen wollen und ließ sich auch von dem Lenerl selbst, dem er sonst gehorsam war, nicht mehr bewegen, die Tropfen, die sie ihm zurecht gemacht hatte, -zu trinken. Im Zimmer war kein Laut zu hören, die Uhr hatte ^ ""gehalten, den Kindern war gesagt worden, daß sie sich ganz still Verhallen sonst^"'swo^ sie aber auch ohuehin getan hätten, nnd sogar das Vögclchen. das Kovf " '"^rn Käsig zn springen pflegte, saß in der Schwüle mit dem

l,iel/i"' den Federn, ohne sich zu rühre», auf seinen: Stä'nglein. Die Meisterin am S ? '^"^ ^s'cht und weinte leise dahinter, nur die duukle Gestalt

^el ^ -^"de stand unbeweglich nnd ungerührt in dem stillen Jammer um sich her. n s der Pfarrer, uud ich verließ das Zimmer. Draußen zog über die Berge ") ein freundlicher Sonnenschein, in der Ferne aber schien das Wetter cmsge-