Zwei Gmigrantengeschichten
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bringt! Dvrt herrscht auch noch Treue und Glauben: Haus, Stube, Vorratskammer, Kisten und Kasten sind in der Regel uiwerschlossen. Kommt hin und wieder einmal ein Diebstahl vor, so ist der Schuldige gewöhnlich kein Westfale, Doch läßt Rolevinck durchblicken, daß im Laufe der Zeiten die alte gute Sitte langsam schwinde: nach der Mitteilung eiuer alten Dame, sagt er, habe man zu der Zeit von deren Großeltern weder Brief noch Siegel gelaunt, und alle Rechtsgeschäfte seien auf das bloße Wort hin abgeschlossen worden.
Es wurde schon hervorgehoben, daß die geographische Seite in Rolevincks Schilderung Westfalens durchaus nicht zufriedenstellend ausgefallen ist; bei "aherm Zusehen wird man auch finden, wie wenig seine der Volkskunde gewidmete Darstellung Anspruch auf Vollständigkeit machen kaun, wie manches der Forscher heute schmerzlich vermißt. Aber daraus darf man billig dem Verfasser keinen Norwnrf machen. Er will ja seinen lieben Landslenten nur eine bescheidne Gabe darbringen, will ihnen zeigen, wie herzlich er, der Mönch in seiner fernen, einsamen Zelle, der Heimat zugetan ist, will raten, helfen und bessern. Im übrigen aber find seine lebensvollen Ausführungen tatsächlich ein so schützbarer Veitrag zur Volkskunde, Sozial- uud Wirtschaftsgeschichte Westfalens am Ende des Mittelalters, daß man dem Verfasser des für jene Zeit in seiner Art geradezu einzigen Werkes zu lebhaftem Daule verpflichtet ist.
Zwei Emigrantengeschichten
ie Mitwelt uud die Nachwelt haben den französischen Emigranten der neunziger Jahre des vorvorigen Jahrhunderts vielfach Unrecht getan. Man hat es bei der Beurteilung der Gründe, die damals so viele Franzosen bestimmt haben, ihr Vaterland zu verlassen, nicht für der Mühe wert gehalten, sich in die Lage derer zu versetzen, sc>l ^-—--die mit einemmal den Umsturz alles bisher Bestandnen vor sich wid ' ^ überzeugen konnten, daß dieser Zusammenbruch etwas Un- liche?" darf mau jn auch mit der Entschuldigung dieses erklär-
kurisi5?^""^ gehn,„und es ist gut, sich daran zu erinnern, daß aus der ums.s?^" ""d dem Überlieferten hängenden Menge überlegne Geister und erkenn ^ Persönlichkeiten hervorragen, die, das Unrettbare der Verhältnisse Blick < ^ Neuentstehenden,' in der Entwicklung Begriffnen mit Hellem des nchtlgenr Verständnis zuwandten. Auch die Anhänglichkeit au das
Ralnn... beraubte Königshaus und an den feudalen, überaus verrotteten in den damaligen Gesellschaft wurde durch die Mißerfolge des Regimes Mircil,' ^ler s" gründlich ausgerottet, daß sie sich entweder wie
stellten"^ "".die Spitze der gesamten cmf Neuerung ausgehenden Bewegung lichkeil s, ^ unzählige andre, aus Gewinnsucht, Ehrgeiz oder Bequem-
Uinaens , ? ^ '"^ der französischen Revolution geistige und soziale Er- fest- es /s verdanken, die keiner von uns Nachgebornen missen möchte, steht Ans'cki« ^""6 kaun über die Uuhaltbarkeit der zum Sturz getommnen Sitten, der ^ ""L"' ""d Einrichtungen ein Zweifel herrschen. Aber den Einzelnen, fassen , ^lMn Einblick iu die Verhältnisse darüber Entschließung
u 'nutzte, wie er sich der Revolution nnd deren Folgen gegenüberstellen