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Die Herrschaft auf dem Großen Ozean
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Die Herrschaft auf dem Großen Ozean

l er amerikanische Niese dehnt und reckt sich. Er hat Svcunen nnt gewaltiger Faust niedergestreckt, ist zugleich mit einem Sprunge durch Wegnahme der Philippinen asiatische Kolonialmacht ge­worden lind hat England gewaltig eingeschüchtert. Früher war die Brutalität der englischen Politik und namentlich die des Verhaltens ihrer Organe auf dem Ozean unbequem, in dem Amerikauismus hat sie einen machtigen Rivale» gefunden, vor dein sie sich vorsichtig duckt. Seit der Besitz­ergreifung der Philippinen ist Amerika sicher, von allen Mächten in den chuie fischen Wirren gehört zu werden, jede scheut den Konflikt mit dem Weltteil, der sich nur uoch widerwillig in den Nahmen der von dem Feldmarschall Grasen Waldersee geführten Expedition einfügte; freilich machen nicht zum wenigsten die Interessen­gegensätze, die die europäischen Mächte trennen und sie in disharmonische Gruppen auflösen, die Stärke der amerikanischen Republik aus. In Roosevelt hat die europäische Diplomatie ihren Meister gefunden. Er ist der Typus des ebenso klugen wie rücksichtloseu, des ebenso schlauen wie gewaltsam vorgehenden Aim>r>- knnertums, das vielleicht weniger nach dem Imperialismus, als nach ^dem Im­perium, nach einem unbestrittnen Supremat trachtet, soweit immer seine Interessen m Frage kommen. Und wo ist die Grenze dieser Interessen?

Ungemein charakteristisch ist das Schanspiel, das sich eben m der Panama­frage vor unsern Augen vollzogen hat. Mit einem Schlage hat sich Nord amerika in den Besitz des für den Panamakanal benötigten Gebiets gesetzt, hat sich die Befestigung dieses Kanals, auf die es ehedem den Engländern gegen­über vertragsmäßig verzichten mußte, jetzt ausdrücklich ausbedungen. Durch diese mitten durch sie ^durchführende befestigte Kanallinie sprengt es die Gemein­schaft der zentralanierikanischen Republiken, die ihm eines Tages als reife Frucht in den Schoß fallen müssen, wie es auch schon über Venezuela, Caracas Nicaragua seine schützende suzeräne Hand gehalten hat. Über dem von Frank­reich. England und den Niederlanden besetzten Guyana werden schwerlich in der Zweiten .Hälfte dieses Jahrhunderts noch europäische Flaggen wehen, und die britische Neichsidee wird sich als ein zu spät untcrnommner Versuch erweisen. Kanada bei Großbritannien zu erhalten. Der befestigte Panamakanal sichert den amerikanischen Flotten im Atlantischen Meere und im Großen Ozean den

Grenzboten IV 1903 77