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Luise von Sachsen-Weimar
(Schluß)
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Der kleine Livio

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gannen ihre Kräfte zusehends abzunehmen, und am 14. in den Nachmittags­stunden starb sie, umgeben von ihrer Familie, ohne eine Spur von Todes­kampf. Ihr Sarg wurde, mit einem Lvrbeerkranz und der Denkmünze auf den 14. Oktober 1806 geschmückt, in einem schwarz ausgeschlngnen Saale aufgebahrt und am 18. Februar in der Fürsteugruft an der Seite Karl Augusts beigesetzt.

Und wie einst Frau von Stael ihr Urteil über Louise in die Worte zu­sammenfaßte: I-s, äu.vlrs88s Ix)ui8v cls Zg.xs-'Usjrogr et 1s vvrit-Ms nrväsls ä'uns Lvuuvö ävstinös xsr 1s. nswrs au ranx 1s xws Mustrs: sems xrStsn- sion sommv 8M8 kg.iK1s88s, sllö in8xirs Äv. rasirrs ävZ'rs lg. oonlig-nss st 1s reiset; st 1'Ksrni8ivs <1s8 tvmp8 sQsvg.1srv8(iiis3 S8t sritrs äans soir äms, 8M8 lui I'isrr gtsr 6s la ckorrosur äs 80» 8SXS, so schrieb jetzt Charlotte von Kalb,daß die Duldung, die die Natur dem Weibe beschieden, auch Louisens echt weiblicher Bildung Genüge gewesen, und daß jeder Mut, konnte sie schon den zur Freude nicht gewinnen, ihr inne wohnte."

Der kleine Livio

Von Beate Bonus*)

er kleine Livio war der jüngste von acht Brüdern. Sie waren alle Fischer und Seelente oder wollten es werden, gerade wie ihr Vater und dessen Brüder Fischer oder Seeleute geworden waren.

Lange bevor er einen Buchstaben lesen oder schreiben konnte, wußte er, daß Südwind Schwüle und böses Meer bringe, wußte von der Sprache der Fischer bei Nacht, wenn sie einander rufen mit farbige» Lichtern, die sie im Dunkel des Golfs aufsteigen lassen und mit grünen, roten und guldneu Lichtkngeln aus der Ferne des Meeres Antwort geben. Wen» jemand ihm zugemutet hätte, etwas andres zu werden als Fischer, so hätte er das ebenso unsinnig gefunden, wie wenn man verlangt hätte, er sollte das Brotessen aufgeben.

Aber jedermann kann nicht Fischer werden, Livio, sagten die Brüder, um ihn ZU necken.

Nei», jedermann nicht, aber ich! sagte Livio bestimmt, und wenn die Brüder Achten, fügte er ein wenig unsicher hinzu: Nicht wahr, Mntter, ich kann Fischer Werden?

Wenn San Terenzo dir hilft, ja, mein Sohn, sagte die Mntter. Damit war er zufrieden.

Er wußte doch, einmal würde das ganze Meer ihm gehören. Er würde in der Barke auf der freien See so sicher gehn wie auf festem Land, und die Barke wurde unter seinem Fuß nicht schwanken, wie wenn Frenide hineintraten und ciuf- sthrieen, weil die Barke sich bäumte wie das Pferd unter einem ungeschickten Reiter, ^lber vorher mußten noch allerlei Verwandlungen durchgemacht werden, das wußte ^- Er war ja auch nicht immer so gewesen wie heute, wo ein langer Kaftan von altein sonneumürbcm rotem Zeug um seine braunen Gliederchen flog und seine einzige Hülle war. Früher war er in Windeln gebunden gewesen, steif gewickelt, und h"tte wie ein langer weißer Fisch ans seiner Mutter Arm emporgeragt, wenn sie WU dem flachen Spankorb auf dem Haupt die Irutti äi irmro, die Meercsfrüchte,

") Verfasserin der köstlichenMalergeschichten" (Verlag von Fr. Wilh. Grunow), die wir Unsern Lesern in Erinnerung bringen und warm empfehlen.

Grcnzboten 1903 IV 65