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Kanada und sein Zorn gegen England
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Kanada und sein Zorn gegen England

an braucht nicht anzunehmen, daß die jetzt herrschende Erbitterung in Britisch-Nordcunerika über die Niederlage in der Alastagrenz- srage immer andauern oder die nächste Politik der Dominion of Canada bestimmen werde. Im höchsten Grade bezeichnend bleibt sie doch. Auf die Aussichten und etwaigen Schicksale des großern britannischen Zollvereins wirft sie ein eigentümliches Licht. Gerade auf Kanada war Chambcrlains Zollpolitik zugeschnitten, nach Ansicht von Freuuo und Feind hatte gerade Kanada weit mehr Vorteil davon als "gend eme andre Kolonie. Und nun schlügt gerade dort die Stimmung "^heftigster Weise um, sodaß Chamberlain mit einemmal eine ganz unpopuläre Persönlich­keit geworden ist.

In Deutschland hat man die Entwicklung Britisch-Nordamerikas woyt '"cht ganz genügend gewürdigt. Mau denkt an Rothäute. Biber. Grizzlybareu und neuerdings an Klondykes ziemlich bekannt gewordne klimatische Ver­hältnisse. Aber Klondyke liegt auf dein 64. Breitengrad, der mitten durch Island nnd durch den Norden von Norwegen geht. Die Sudgrcnze ver westlichen Hälfte Kauadas liegt auf dem 49. Grad, demselben, der m Deutsch­land durch Karlsruhe uud Negeusburg geht. Nameu. mit denen man eben nicht die Vorstellung der Eiswüste verbindet. Die Osthälfte geht viel sudlicher herunter; das Nordnfcr des Obern, des Hnron-. des Eric- uud des Ontarw- sees gehört Kanada und geht an seinem südlichsten Punkt bis 42 Grad der Breite von Rom. herunter, Toronto liegt auf 43^ Grad. Montrea ans 45^2 und Quebec auf 46»/, Grad, also nngcfähr der Breite von Jnterlaken. Die Isothermen liegen allerdings weit ungünstiger, namentlich für das östliche Kanada. Der kalte Polarstrom von Ostgrönland setzt nach der Küste von Labrador herüber, und aus der Vaffiusbai kommt der kalte Labradorstroim Die ganze Ostküste Nordamerikas ist viel kälter als die vom Golfstrom um von vorherrschenden südwestlichen Winden bestrichene Westküste von Europa. Quebec hat eine Jnhresisotherme von Null Grad, ungünstiger als die von Island und Hammerfest. Doch unter diesem Nachteil leidet nur der ^sten. Westlich von den großen Seen steigt die Jahrcsisother.ne rasch nordwart. an. Die Januarisotherme, also der kalte Winter ist es, die das kanadische Durch-

Grcnzboten IV 1903