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Galizische Wirtschaft
Seite
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IN Hasse gegen das Deutschtnm sind sich alle Pole<gleich, ebenso in der Hoffnung ans ein selbständiges polnisches Reich. Wer ihr gesamtes Treiben in den drei dabei in Betracht kommenden Reichen verfolgt, kann über dieses Ziel keinen Augenblick im Zweifel sein. Ob polnische Zustände nach unserm Geschmack und ein Gewinn für die allgemeine Kultur sein würden, und welche Rangstufe die Polen unter andern Völkern in politischen und in Kulturleistuugen einnehmen, fällt dabei gar nicht ins Gewicht. Nichts deutet darauf hin, daß sich die Polen selbst aufgeben, uud keine Erscheinung kann man als Merkzeichen deute», das sonst das Verschwinden eines Volks in der Geschichte einzuleiten pflegt. Weder die straffe staatliche Ordnung Rußlands, die den Polen eine leidliche wirtschaftliche Entwicklung sichert, noch die nahezu bis zur Selbständig­keit gediehene herrschende Stellung in Österreich, noch das reiche Maß an Politischen Rechten und wirtschaftlichen Freiheiten, die Preußen uud Deutsch­land den Polen gewähren uud ihueu eiueu ganz unerwartete,! Aufschwung gebracht haben, haben sie diesen Staaten innerlich genähert und in ihnen Ge­fühle der Dankbarkeit und Anhänglichkeit erweckt. Sie nehmen das als selbst­verständlich hin, nntzen die ihnen zugestandnen staatlichen Rechte und Vorteile ausschließlich zur Kräftigung ihres Volkstnms aus, und ihr ganzes Sinnen und Trachten ist allein auf Wege gerichtet, die sie zur staatlichen Selbständig­keit zurückführen könne». Keine patriotischen Versicherungen in Österreich auch nicht die geschicktesten Verschleierungen von ihrer Seite in Deutschland und Nußland können darüber hinwegtäusche». Nur teilt sich das Polentum i" zwei Lager, sobald das Verhältnis z» Rußland in Frage kommt, ^e sogenannte nationaldemokratische Partei will auch von denMongoliden Barbaren" ebensowenig wissen wie von den Dentschen. Die sthembar r.meu- freundlichen Polen dagegen, die meist in den Reihen der SGachta, o^ polnischen Adels, sitzen, meinen, das; für die Erreich.mg der vowifcye» ^i zunächst die Hilfe Rußlands nicht entbehrt werden könne. Sie woue», van es Deutschland niederwerfe, und glaube» da»» stark genug zu lem, an oer Spitze der Westslawe» die Verwirklichung der polnische» Forderunge» von Ruß­land erzwinge» zu köuuen. Man mag das für eine der polnischen Schwärm- Grenzboten IV 1905