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Wesen und Wirkung der gesetzlichen Freiheitsentziehung : ein Beitrag zur Gefängnispsychologie :
(Schluß)
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Das Nackte in der Kunst

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aus zu verwerfen? Ich muß es dem Leser überlassen, auf diese Frage selbst die Antwort zu geben; denn wie ich schon im Anfang dieses Aufsatzes betont habe, beabsichtigte ich nur eine kritische Beleuchtung der Freiheitsentziehung in ihren beiden Formen der Untersuchungs- und der Strafhaft zu geben. Ob es möglich sein wird, besseres an ihre Stelle zu setzen, ob wir sie jemals werden ganz entbehren können, wenn sich vielleicht dereinst ganz neue Gedanken in der Strafrechtspflege Bahn brechen, ist heute uoch nicht zu entscheiden. Einschneidende Umwälzungen sind weder auf diesem noch auf anderu Gebieten von der bevor­stehenden Strafrechtsreform zu erwarten; angesichts dieser aber darauf hinzu­weisen, daß in bezug auf die gesetzliche Freiheitsentziehung keineswegs ideale Zustände herrschen, schien mir um so mehr Menschen- und Jnristenpflicht zu sein, als unsre Brüder, die wir durch dicke Mauern und eiserne Riegel von uns ab­sondern, doch auch in mehr als einem Sinne unsre Opfer sind.

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Z)as Nackte in der Kunst

Betrachtungen eines Laien (Schluß) 6

!ir haben versucht, uns an hervortretenden Erscheinungen zn vergegenwärtigen, welcheu Gaug die Behandlung des Nackten in der Kunst genommen hat, und nnsre Behauptung, daß über die Wirkung des Nackten in der Kunst vor allem seine Moti- ! Vierung durch deu behandelte» Gegenstand entscheidet, an tatsäch­lichen Beispielen zu prüfen. Erhebt auch unsre flüchtige Übersicht keinen Anspruch auf Vollständigkeit, so verlangt doch die besondre Bedeutung des Nackten für die Skulptur, daß dieser Kunst hier noch besonders gedacht wird.

Unter den bildenden Künsten ist sie die erste, der Werke von unvergäng­licher Schönheit entsprossen sind: Schöpfungen, die wohl zeitweiliger Ver- kennung und Vergessenheit verfallen konnten, auf die Dauer aber immer wieder die Bewunderung und das Entzücken führender Geister erregt haben, die also nicht von wechselnden Zeitrichtungen ihren Wert empfangen, sondern den Geschmack aller Zeiten an ihrem Teil bestimmen und entwickeln. Es kaun schon heute als sicher gelten, daß alle Ausgrabungen assyrischer und baby­lonischer, ägyptischer und phönizischer Kunstdenkmäler, wie sehr sie auch unsre Kenntnis ihrer Perioden bereichern nnd unser Verständnis der spätern Kunst und Kultur vertiefen mögen, in unserm Empfinden ohne Anknüpfung bleiben. Die geistigen Funken Vorderasiens sind vor drei Jahrtausenden nach Hellas übergesprungen; dort haben sie gezündet; in den Lichtstrahlen, die von Hellas ausgingen, leben sie weiter. Der griechische Geist nahm die Schätze des orientalischen Geistes ans und verarbeitete sie auf seine eigne Weise zu bleibenden Werken; jene selbst haben seitdem die künstlerische Wirkung gegen das Wissen- Grenzboten IV 1903 47