Erinnerungen an die Paulskirche
von I. Sepp in München, dein letzten Bayern ans der ersten deutschen Nationalversammlung
(Schlusi)
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^. Aufstand der Republikaner und Bluttaten
ähreud die konstituierende Nationalversammlung tagte, waren die Galerien unruhig, nnch immer voll besetzt, und von da aus verpflanzten sich die unberufnen Mitarbeiter nu der Politik auf die Straße. Neunioueu des Pöbels fanden in der Stadt regelmäßig statt, und wen die Neugierde trieb, der konnte z, B, im Essighause genug von Weltverbesserung hören. Da sprang z, B. ein Plebejer auf den Tisch und rief laut: Ich fvrdre die Anwesenden zur Antwort ans: Seid ihr bisher mit den deutschen Negierungen zufrieden gewesen? Autwort: Nein! Nein! Also muß man sie abschaffen, fort mit ihnen! Hoch die Republik! — Die Proletarier selbst in der wohlhabenden Reichsstadt versprachen sich von der Umwälzung goldne Berge; daß aber in der Republik auch keinem die Tauben gebraten in den Mund fliegen, daß von allgemeinem Wohlleben hienieden überhaupt nicht zu träumen ist, durfte niemand einwenden, der nicht vor die Tür fliegen wollte. Als ob es von dem guten Willen der Vorstände abhinge, das Los jedes einzelnen zu verbessern! Aber der Mob gibt sich blindlings gefangen.
Die Radikalen bearbeiteten den Plebs und konnten nicht einmal abwarten, bis das Parlament, das vor den Thronen stehn geblieben war, für den Fortbestand der Monarchie gegen die Republik entschied. Der Waffenstillstand zu Mcilmö, den Preußen mit der Krone Dänemark abgeschlossen hatte, nnd den die Pnulskirche gelten ließ, gab Anlaß zu unerhört tumultuarischen Szenen. Die Versammlung auf der Pfingftweide war die Einleitung, wobei Zitz rief: „Man muß Fraktur schreiben, gehört wird man nicht mehr." Es galt die Sprengung der Nationalversammlung; schon zirkulierte eine Liste mit den Namen derer von den 258 Votanten für Waffenruhe, die als erklärte „Verräter des deutschen Voltes, der deutschen Freiheit und Ehre" beseitigt werden sollten. Der 18. September war zum Angriff bestimmt. Mittlerweile waren aus Baden, Hessen und namentlich von der Gegend von Hanan her Pöbel- Hansen bei allen Toren angedrungen und pochten schon an die Pforten der Paulskirche. Germain Metteruich, eiu kassierter darmstädtischer Offizier, der sich so weit vergaß, von deu Galerien aus auf die Deputierten zu spucken, machte den Anführer zum Barrikadenkampf. Die Barrikade wurde am Ende der Zeil errichtet. Zum Glück hatte Schmerling, vorher Vnudestags- prüsident, noch schnell von Mainz die österreichischen Truppen zn Hilfe gerufen,