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Die Komödie auf Kronborg : autorisierte Übersetzung von Mathilde Mann :
(Fortsetzung)
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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Über Wills Antlitz huschte es wie eine Wolke.

Für einen jungen Mann ist die Ehe Gift, antwortete er ernsthaft. Jugend­liebe wurzelt nicht im Herzen, sondern im Auge, und die erste, glühende Leiden­schaft kann gar bald als Leiche daliegen, wahrend ein neues Verlangen ihre Erb­schaft antritt! Heiratet auch Ihr nicht zu bald, JungfrauElisabeth," sondern bleibt im Kloster, hier ist es sicher zu wohnen!

Bei diesen Worten trat Christenee das Rad des Rockens schneller als bisher, senkte den Kopf und wandte ihn halb ab.

In der Ehe werden Kinder gebore», fnhr Will fort, sie werden auch außer der Ehe geboren, aber eine voll ausgereifte Dichtung wird nur aus der Liebe ge­boren und die ist größer! Habt Ihr Enre Witwe jemals angedichtet?

Jver Kramme nickte. Nicht gerade angedichtet habe ich sie, aber über sie habe uh gedichtet. Meine Affektion über ihre tngendsame Poesie hat meiner Weißen Gänsefeder gar manchen Tropfen des ebenholzfnrbnen Fluidums entlockt, uud ich hcibe feine Fäden aus dem Flachsbüschcl meiner Gedanken gesponnen nicht aber "nichte ich ihre Schamhaftigteit kränken, indem ich sie selber lesen ließe, was ich von ihr schreibe.

Sie kränken! rief Will. Meint Ihr, es gebe ein vom Weibe gebornes Weib, das sich gekränkt fühlte, wenn ein Mnnn ihre Schönheit preist? Empfände ich Liebe, und wäre ich ein Poet ich würde meine Geliebte in ein Gespinst von Poesie, so fein wie das Gewebe der Spinne, hineinziehn. Himmel und Erde sollten sich wie im Regenbogen in meinen Strophen begegnen, und in ihnen würde ich den Schleier von ihrer ganzen Schönheit ziehn. stolz darauf, der Welt zu zeigen, daß sie mir allein gehöre! Um ihre nackten Schultern wollte ich die klingenden Reime werfen, ich wollte ein köstliches Tnch, aus den feinsten Worten der Sprache gewebt, um die keuschen Zwillingshügel ihres Busens schlingen und mein Sonett beschließen, indem ich znr Besieglung einen Kuß glühend aber andachtsvoll auf den Purpurfleck drückte, den nur sie und ich kennen. Seht, also würde ich dichten!

Jver Kramme gähnte, Christence aber brachte jäh das Rad ihres Spinnrockens Mm Stehn; der Faden zerriß, sie ging in ihre Schlafkammer und schob den Riegel vor. WH sah sie an diesem Abend nicht wieder.

(Fortsetzung folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Die Papstwahl. An der am 4. August Vollzognen Wahl des neuen Papstes Pius des Zehnten erscheint uns zweierlei als charakteristisch. Zunächst die nun­mehr mch amtlich bestätigte Tatsache, daß Österreich von seinem Rechte der Exklusive Gebrauch gemacht und diese gegen den Kardinal Rampolla, den bisherigen Staats­sekretär, angewandt hat. Bei deu Papstwahlen von 1346 und 1878 hat keine der drei katholischen Mächte, denen seit dem sechzehnten Jahrhundert dieses Recht herkömmlich znsteht, Österreich, Frankreich und Spanien, es ausgeübt oder ausüben können, da beidemal die Entscheidung zu schnell kam; aber 1846 bestand wenigstens die Absicht iu Österreich, Pius den Neunten als einen national-italienisch gesinnten Bewerber auszuschließen (uur kam der Knrdinal-Erzbischof von Mailand dazu zu spät), und länger ans die Anwendung zu verzichten wäre bedenklich gewesen, weil ein solches mehr auf dem Herkommen beruhendes uud von der Kirche niemals ausdrücklich anerkanntes Recht leicht in Vergessenheit kommen könnte. Dafür, daß dies nicht geschieht, hat nun Österreich gesorgt. Es lehute Rampolla ab, weil er der ausgesprochne Vertreter despolitischen" Papsttums und der erklärte Gegner