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Die Komödie auf Kronborg : Erzählung : autorisierte Übersetzung von Mathilde Mann
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Maßgebliches »nd Unmaßgebliches

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sah er nach den Hänsern auf der andern Seite hinüber; davvr lagen ein paar ganz kleine Krantgttrten, von Bretterzäunen umgeben, und in dem einen stand ein großer Kirschbaum mit vielen Früchten. Wenn er sich aufrichtete, konnte er auch sehen, wer vorüberging: die Schüler strömten zur Schule hinaus, lärmend und ausgelassen. Bürgersleute uud Kriegsleute kamen vorüber, Mägde holten Bier in großen Kannen, und ein fremder Schiffer, der sich in der Stadt verirrt hatte, blieb stehn und fragte nach dem Wege zum Ratskeller.

Einen besondern Spaß hatte er auch daran, Jeus Tnnbv, der zweimal in der Woche um christlicher Barmherzigkeit willen sein Essen in des Repetenten Haus bekam, die Mittagszeit, wo alle ruhten, dazu benutzen zu sehen, daß er über den Bretterzaun in den kleinen Garten kletterte, wo der Kirschbaum stcmd, und dort von den Früchten Pflückte, obwohl sie noch ganz unreif wareu. Will drohte ihm lächelnd vom Fenster aus, und Jens war auch offenbar ans das schlimmste gefaßt, "ls er das nächstcmal bei Jver Krnmme eintrat; aber Will nickte ihm beruhigend zu und gab ihm durch seiu Micucnspiel zu verstehen, daß er nichts verraten hätte.

(Fortsetzung folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Die deutsch-französische Liga. Mit der vorgedruckteu Aufschrift:An die Lehrer der ueuereu Sprachen des Gymnasiums ..." gelangte dieser Tage an das Wettiner Gymnasium zu Dresden und vermutlich auch au andre höhere Schulen Deutschlands eine Drncksenduug, die vomSekretariat der deutsch-französischen München" ausging. Ein Herr Dr. H. Molennar fordert darin uuter der AnredeWerter Herr Kollege" die Neuphilologen zum Beitritt des zu grün­denden Bundes auf, indem er mit der e-rxtatio douovolvutiao beginnt:Als Kenner Frankreichs stehen Sie dem Projekt einer deutsch-französischen Liga zweifellos sym­pathisch gegenüber. Nachdem der beifolgende Entwurf in der gesamten französischen Presse eine so freundliche Aufnahme gefunden hat, ist es an uns Deutschen, zu Helgen, daß es auch uus Erust ist mit der Aussöhnung der beiden großen Nationen, uud daß die stumpfe Gleichgültigkeit der Gebildeten Deutschlands iu dieser Angelegenheit (worüber schon vor Jahren in den Preußischen Jahrbüchern Klage geführt wurde) einer vernünftigen Auffassung Platz gemacht hat. Es ist die höchste Zeit, daß die bisherige Kirchturm- und Zipfclmützenpolitik aufhört, wenn wn es nicht erleben »vollen, daß Deutschland und Frankreich zu Mächten zweiten Ganges degradiert uud wirtschaftlich an die Wand gedrückt werden. Das Ziel der ^/ga ist smuit nicht nur eiu humanitäres, sondern ein in hohem Maße patrio- Nches. Da es wichtig ist, daß die Liga unverzüglich konstituiert wird, so urden Sie die Sache doppelt fördern, wenn Sie mit Ihrem Beitritt nicht lange Zögern würden."

Der erwähnte, dieser Aufforderung zum Beitritt beigelegte Entwurf stellt als <MIe des Bundes in den Vordergrund',I. mit allen ehrenhaften Mitteln danach ^ ^ ? ' ^ 6»te Einvernehmen zwischen Frankreich uud Deutschland wieder her- n - zunächst dadnrch, daß II. die elsaß-lothringische Frage möglichst bald und uvglichst befriedigend gelöst wird." Hierüber heißt es sofort weiter:Das »Wie« ^w-^ stellt die Liga zunächst uur zur Diskussion. Aus deu Ansichten ihrer

"'tttglieder wird sich wohl bald ein festes Programm herauskristallisiert haben. ??.^'de Lösungen wären besonders zu erwägeu (ohne daß damit andre ausge- Mosscn oder die genanuteu aufgedrängt werden sollen):

Grenzlwten lll 1908 71