Eugen Mouton
cr liebenswürdigere von unsern beiden Nachbarn ist seit Jahren in dein Grade von Dreyfus, den Kongregationen und seinen Kolvnialpläneu besessen, daß wir eiue rheinwärts gerichtete Ex- iplosivn seines mit Sprengstoff gcladuen Brununschädels kanm Imehr zu fürchten brauchen; deshalb können wir uns, ohne eine Patriotische Pflicht zu verletzen, der angenehmen Beschäftigung hingeben, seine sehr komplizierte und eben darum sehr interessante Seele zu betrachten und zu untersuchen. Wer das französische Leben nicht an der Quelle studieren kaun, nunmt mit Dank an, was zuverlässige Landslente, die drüben weilen, erzählen, und sieht sich nach literarischen Niederschlägen dieses Lebens um. Über einige solche soll hier berichtet werden; zunächst über die nach dem Tode des Verfassers veröffentlichte zweibändige Autobiographie des Justizbeamten uud Schriftstellers Eugen Moutvn.") Er betont/ daß er keine politische Rolle gespielt Mbe, uud daß iu seinem Buche von hoher Politik wenig die Rede sei; dieses ^uch sollte nach seiner Abficht ein Stück Naturgeschichte des Menschengeschlechts eroen; denn die Menschen, die die Weltgeschichte machen, seien doch nur ein lehr kleiner Teil der Menschheit; die ungeheure Mehrzahl erleide die Geschichte "ur, und von ihr erzähle der Historiker nichts. Das ist richtig. Die Quellen, woraus man die Geschicke und die Geschichte der Masfe der Menschen kennen emt, sind außer der persönlichen Erfahrung nicht die historischen Werke ältern ^w, sondern Romane und andre Dichterwerke, Lebensbeschreibungen nnbe- ruhmter Leute uud Memoiren. In neuerer Zeit fängt jedoch auch die Geschichtswissenschaft an, Material zu verwenden, das unter der politischen Oberfläche des Weltgetriebes liegt.
Eugens Großvater wurde beim Beginn der Schreckensherrschaft als Mitglied e/"er streng königlich nnd katholisch gesinnten Marseiller Familie samt seinem besten Sohne Ludwig zum Tode verurteilt. Sie erfuhreu die Verurteilung, ehe sie ergriffen wurden, und entflohen des Nachts. Auf der Canebierc kamen Ne an der Guillotine vorbei, an der keine Schildwache stand. Der sechzehn- lahnge Ludwig lief zum Entsetzen seines Vaters hinauf und legte einen Angen- uk den Hals auf den Halbmond. Unter dem Direktorium von der Emigranten l> e gestrichen, trat Ludwig ins Heer ein und machte den italienischen Feldzug ntt, wobei er sich nicht allein durch Tapferkeit, sondern auch durch Ritterlichkeit umzeichnete (so befreite er in Bresein ein Mädchen aus den Händen von fünf ^vldaten^ die cr zu erschieße» drohte, wenn sie nicht von ihm abließen). Er
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