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Leipziger Theaterplauderei : Wilhelm Tell :
(Schluß)
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Der Marquis von Marigny

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Darf man bei der nächsten Aufführung des Teils auf eine solche wohltätige und nötige Auflehnung des Publikums gegen den alten Schlendriou hoffen? O nein! Der dem Befreier des Landes geltende Volksjubel hat keinerlei sensationellen Bei­geschmack, die an Nennen nnd männermordenden Automobilen Geschmack findende, früher als goldbetreßt, Äorüo bezeichnete Jugend nennt solche Szenen fade und insi—b—ide; mit Geßlers Tode ist ohnehin für sie das Stück, dessen Schlüsse auch Herzog Hansens Erscheinen kein rechtes neues Leben in unserm modernen Sinne einzuflößen vermag, klipp und klar zu Ende, ob es in der letzten Szene noch ein „Oktoberfest, eine Vogelwiese" gibt oder nicht, ist dem modernen Junglinge, der obendrein nicht viel Zeit übrig hat und nach dem Schluß der Vorstellung an fünferlei Stellen erwartet wird, gleichgiltig, es ist ihm, wie der patentere Ausdruck lautet, Schuuppe, Von Herrn M— nnd Madame Pie— braucht hier nichts gesagt zu werden, die sitze», seit die barmherzigen Brüder gesungen haben:

Rasch tritt der Tod den Menschen an,

wie auf Kohlen, und von dem Theaterpersonal, dem eine Gelegenheit entgeht, sich ohne Beihilfe der schiefen Ebne malerisch zu gruppieren, ist auch kein Widerspruch zn erhoffen, Mnsseneffekte in der letzten Szene eines Stücks sind unbequem: Massen­effekte gehören in den zweiten und den dritten Akt, damit man — die Deputation und die „vielen" Landleute der ersten Szene des fünften Aktes ausgenommen — sich bei guter Zeit die Schminke abwaschen und nach vollzognem Kleiderwechsel — künst­licher Waden, Wattongs, bedienen sich nur die Koryphäen — eine „erstklassige" Küche und ein „erstklassiges" Glas Bier „aufsuchen" kann.

Nur wir, die silberhaarigen, an der alten Tradition hängenden Greise singen

mit Bohemund: ^„ . .......

Zürnend ergrimmt mir das Herz nn Bnsen,

Zu dem Kamps ist die Faust geballt,

"bcr Radau, wirklichen tätlichen Nadau machen wir schon längst nicht mehr. Das weiß der Bearbeiter, und so bleibt es denn anch bei der Deputatton und dem Koch­en, bis uns der Himmel einen zweiten Felix Mendelssohn schenkt, der, mit Leipzig und dem Gewandhaus auf irgend eine Art verwandt oder verschwägert, eine Tell- "Nlsik schreibt, ohne die, wenn man nicht des Beifalls aller Gutgesinnten verlustig L^)" will, der Tell fortan nicht mehr aufgeführt werden kann. Dann, aber anch u ^> ^d ^ Kochofen Beine bekommen, der Schauplatz wird sich verändern, n die Zuschauer, wenn es deren noch gibt, und wenn sie nicht mit Sang und ^ ng sämtlich ius Lager des Tingeltangels übergegangen sind, werden den ganzen ^"lgruud vor Tells Wvhnnng nebst den Anhöhen, die ihn einschließen, mit malerisch gruppierten Landlcuten besetzt sehen.

Der Marquis von Marigny

Line Lmigrantengeschichte von Julius R. Haarhaus (Fortsetzung)

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es heiligen römischen Reichs Pfaffengasse war seit Dezennien nicht so belebt gewesen wie in den Julitagen des Jahres 1792. Bewimpelte Schiffe glitten zn Berg und zu Tal, auf den Leinpfaden der Ufer keuchten die Pferde, und lauge Reihen schwerer Reisekaleschen, von glänzenden Kavalkaden geleitet, ließen den Staub der Landstraßen nicht zur Nnhc —I kommen. In das schier nnnnterbrvchnc Festgelänte der Kirchen nnd Moster mischten sich die Salutschüsse vou deu Stadtmauern nnd Festungsbastioueu, und wo ein geschmücktes Fahrzeug vorüberzog, wo ein Wagenzug eine Ortschaft