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Nochmals die Reichstagswahlen
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Nochmals die -Reichstagswahlen

e näher der Zeitpunkt der Reichstagswahlen heranrückt, desto mehr beschäftigen sich alle politischen Parteien mit ihrer Stellung dazu. Am rührigsten dürfte anch diesesmal die sozialdemokratische Partei auftreten, die nicht allein in ihrer Presse, sondern auch durch Versammlungen und Vorträge ans die Wühler einzuwirken und sie für ihre Interessen zu gewinnen sucht und versteht. Daß die Sozialdemokraten bisher am meisten Erfolge bei den industriellen Arbeitern erreicht haben, ist bekannt; mit der Zunahme dieser Arbeiterklasse und ihrem gesteigerten Zuzug nach den großen Städten ist die Zunahme der sozial- demokratischen Partei uud ihres Einflnsses verknüpft. Wenn man die Aus­lassungen der sozialdemokratischen Presse verfolgt, und wenn man die Reichs­tags-, Landtags- und Kvmmunalwahlen betrachtet, so möchte man beinahe aunchmen, daß es überhaupt leine oder doch nur sehr wenig Arbeiter mehr gäbe, die nicht sozialdemokratisch dächten und wühlten. Diese Annahme würde nun unbedingt falsch sein, doch muß allerdings leider zugegeben werden, daß bei weitem der größte Teil der Arbeiter tatsächlich unter dem Einfluß der sozialdemokratischen Parteileitung steht. Fragt man nach dem Grunde dieser Erscheinung, so ergibt sich als der wesentlichste: die außerordentliche Rührigkeit und unermüdliche Agitation der sozialdemokratischen Leitung, die den Grundsatz verfolgt, zunächst und mit allen Mitteln Unzufriedenheit zu erregen und M schüren; sie weiß sehr wohl, daß Unzufriedenheit die Grundlage ist für alle Forderungen und deren Konsequenzen: Bekämpfung des Arbeitgebers, höhere Löhne und geringere Arbeitszeit, Arbeitseinstellungen, immer engerer Anschluß an die die Erfüllung aller Wünsche in Aussicht stellende und versprechende Partei, und endlich, als nllium ratio, sozialdemokratische Wahlen. Dann ist das zur Zeit erreichbare Ziel, das fortwährende Wachstum des Einflusses in den Parlamenten und in den Gemeindevertretungen erreicht.

Die sozialdemokratischen Führer sagen: Wir sind die Einzigen, die sich im täglichen Leben sowohl wie im Reichstage, im Landtage und in der Gemeinde­vertretung des arbeitenden und des armen Volkes annehmen; wir allein ver­treten die Interessen des Proletariats, oder richtiger gesagt, des Arbeiters, Grenzbvten II 1ö0L S8