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Im Lazarett : 4. Die barmherzige Schwester
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Feuer!

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Zittern möglich sei, dnß aber eine höhere Art von Mut dort nuf die Probe gestellt werde, wo man tagtäglich mit dem Tod nmgeht und mit dem Opfer auch der niedersten Dienste deu Meuschenleben, die der Tod schon in der Hand hat, ein mildes Hinübergchn erlauft. Ein Mensch ist nicht fertig, der nicht letzte Dienste erwiesen, Sterbende bis an die Schwelle der Ewigkeit begleitet hat. Was du einem Sterbenden tust, uud wäre es uur, daß du ihm die Augen zudrückst oder die Schweißtropfen abwischst, ist ein letzter Dienst. Bedenke, was das heißt, ein letzter! Sterben heißt die Grenze zweier Welten überschreiten, der Sterbende steht in der Zeit und sieht in die Ewigkeit hinüber, dn aber bleibst einstweilen noch hier. Ist es dir nun nicht, als fiele durch diese Spalte zwischen Zeit uud Ewigkeit ein Strahl, der uns sonst nie, nie leuchtet, ans unsern Weg? Dieser Strahl heiligt den Sterbenden, und er ist es, der deiuen Dienst nm Sterbebett verklärt.

Feuer!

Erinnerung aus dein russischen polizeileben von Alexander Andreas (Schluß) 22

n der kurzen Zeit, die ich im Hause verbracht hatte, war eine große Veränderung vor sich gegangen. Der Wind wehte scharf und im Vergleich zu der frühern Temperatur kühl. Der Rauch zog schuell uud ziemlich hoch. Die Luft war unten klarer geworden. Nach dem Flusse zu sah ich nichts als Feuer und Dampf. Ein Blick über die Zäune zeigte mir das Stadtteilhnus unversehrt. Aber dicht daneben standen mehrere niedrigere Gebäude in Flammen. Es war nicht zn säumen, wenn ich nicht zu spät kommen wollte.

Ich konnte mich dennoch nicht enthalten, über die Straße zu laufen und zu Burin iu die Feuster zu gucken, die offen standen. Dort waren die Möbel an ihrem Platze. Auf ihnen und auf dem Fußboden lagen alle möglichen Gegenstände umhergeworfen. Es war niemand da. Der Künstler hatte sich mit seiner alten Magd und wahrscheinlich mit seinen Mappen davongemacht und das Haus dem Schicksal überlassen. Ich drückte die Haustür, die auch weit offeu stand, fest in das Schloß uud wandte mich dem Lärm vor dem Laden Abramows zu.

Hier waren die Wagen der beiden Lastfnhrlcnte mit des Händlers Sachen und Waren hoch beladen, und noch immer schleppte die Frau mit den Kindern verschiednes aus dem Hause. Neben den Fuhren standen wie zwei Necken der alten Zeit der blonde Abramow uud der schwarze Timofe des Obersten Przcbuccki, hatten die Beine weit auseinander gestemmt, die Arme ineinander verschlungen und suchten sich gegenseitig zurückzudrängen. Sie stöhnten und schwitzten und ächzten. Keiner konnte den andern vom Platze bringen. Einige zerzauste, barfüßige Mädchen faßten nach den Leinen und gaben sich alle Mühe, die Pferde wegzulenkeu und in Be­wegung zu setzen, wurden aber durch die Fuhrleute daran gehindert, die kaltblütig die Leinen dicht am Gebisse festhielten und die Anstrenguugeu der Mädchen ver­eitelten. Dabei schrieen und zeterten die Mädchen. Die Kinder und die Frau des Händlers schimpften und fluchten im Ab- uud Zugehu. Mitten in der Straße biß sich der Pudel des Händlers mit dem alten Jagdhunde des Obersten wütend herum.

Was geht hier vor? Seid ihr wahnsinnig! schrie ich die Leute au. Abramow! Timofejew! losgelassen! oder ich nehme euch beide in Arrest.

Sie ließen sich fahren und klagten beide zugleich mit rollenden Angen uud zitternden Lippen.