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Feuer!
rüttelte mich der Sergeant auf: Wir haben seit gestern kein Wort des Befehls, man scheint uns vergessen zn haben. Dn sollst mit zwei Mann dort rechts hinüber gehn, wo der Rauch über dem Dorf liegt, uud den Befehl holeu. Du wirst dort den Stab der Brigade finden, der wir jetzt angehören. Hierbleiben wird nicht möglich sein, aber abziehn wollen wir auch nicht ohne weiteres. Wir waren gern bereit zn gehn, man mußte sich bewegen, um warm zu werden. Es war dunkel, die letzten Sterne standen am Himmel, dort wo wir hin sollten, war es allein Heller, dort dämmerte es von der Glut der Bauernhäuser, au denen das letzte Brennbare glühte und qnalmte. Es war ein trauriger Anblick, doch stolperten wir über die harten Erdschollen so rasch wie möglich den Brandstellen zn, zum Teil von der Hoffnung getrieben, einen größern Trnppenkörper der Unsrigen zn finden, an den wir uns anschließen konnten, zum Teil von der Wärme angezogen. Straße oder Weg sahen wir nicht, wir müssen von hinten her zwischen den Häusern ins Dorf hineingekommen sein. Kein Posten! Vor ein paar glühenden Balken saß mitten ans der Straße ein in seinen Mantel gehüllter Mauu, den Kopf verbunden, ich sah seinen Säbel im Feuer funkeln, das mich blendete, das mußte ein Offizier sein. Ich ging auf ihn zu, meldete die Patrouille, ohne zu wissen, ob er mich höre oder nicht, da schaute er erstaunt auf, sprang ans beide Füße und rief mir französisch zu: Gefangner! Er hatte nicht einmal seinen Revolver gezogen, sondern gleich nach meinem Gewehr gegriffen, das ich ihm im Schreck ohne weiteres ließ. In der nächsten Sekunde waren wir von Pickelhauben umringt. Wirklich gefangen!
Das war das lächerliche Ende meines Kriegsdienstes. Die nächsten Tage bekamen wir viele Kameraden, auch aus meiner Kompagnie kam ein Trupp gefangen an. Zuerst hungerten wir, und eure Soldaten mit uns. Wir sahen: auch der Sieg macht nicht satt. Da war ein gewisser Trost darin. Dann bekamen wir satt zu essen. Es regnete aber nnanfhörlich, nnd wir marschierten endlos, immer nach Osten. Wie merkwürdig, man tränmte mm nicht mehr von der Heimat, sondern von warmen Kasernenstnben in deutscheu Festungen uud endlosem Ruhen in Kasematten nach den langen Märschen! Dann kamen fünf Tage in den kalten Güterwagen der Eisenbahn, bald sitzend, bald liegend, immer vom Frost und von der Nässe geschüttelt, das war demoralisierender als eine Verlorne Schlacht. Welches Glück, daß ich in euer Lazarett kam, ehe ich vollständig zu Grnnde ging!
Feuer!
Erinnerung aus dem russischen polizeileben von Alexander Andreas (Fortsetzung)
ach einem Stündchen heitern Geplanders, wobei Mascha so hingebend gegen mich war, daß sie sich sogar ans den Neckereien der Freundinnen nichts machte, tischte der Baner Milch nnd Käse, Brot, Butter und Honig auf. Mascha öffnete und ordnete unsre Vorräte. Ehe das Mahl begaun, schloß ich im Geheimen eiueu Vertrag mit dem Bauern, der sich als sehr anstellig erwies. Er versprach mir nach drei Uhr ein Wägelchen anzuspannen nnd mich, ohne jemand etwas zu sagen, zur Stadt und nach einiger Zeit zurück zu schaffen.
Das ist, als ob mau ausspuckte, Euer Wvhlgeboren, sagte er lachend. Ehe die Fräulein nach Ihnen zu suchen beginnen, sind wir wieder hier.
Wir schwatzten, lachten, erzählte», neckten uns und kümmerten uns nicht im