Roon
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Deutschen Reich verboten —, sondern gegen den einzelnen deutschen Jesuiten, mich weun er die unbescholtenste Persönlichkeit ist. Daß dns Zentrum auch nach Abschaffung des Paragraphen 2 fortfahren wird, die Wiederzulassung des Ordens selbst zu verlangen, ist kein Grund, die Aufhebung dieser das katholische Rechtsgefühl verletzenden Ausnahmebestimmung zu verweigern. Über die schreckvolleu Züge, in denen der Jesuitenorden in der protestantischen Phantasie ausgemalt wird, soll hier nichts gesagt werden. Richtig ist, daß er in besondern, Grade den internationalen Charakter trägt, den auch die übrigen Orden mehr oder weniger haben. Immerhin find diese letzten mehr bodenständig, und soweit ihre Wirksamkeit nicht in Krankenpflege nud Unterrichten aufgeht, mehr auf das innere religiöse Leben gerichtet; ihr kirchlich-politischer Einfluß ans die Bevölkerung aber kann nach dem oben gesagten mit dem der Pfarrgeiftlichkeit nicht verglichen werden. Auch die Jesuitemiiissioucn waren nicht etwa politische Wahlfeldzüge, sondern sie hatten den Charakter von religiösen Revivals, die ihres großen äußern Erfolges wegen der Ortsgeistlichkeit oft unbequem wareu. Überhaupt wirkeu Pfarrgeistliche und Ordensleute keineswegs immer in voller Einmütigkeit zusammen. Daß ein Gegensatz zwischen ihnen besteh,, könne, wird zwar theoretisch nicht anerkaunt, weil ein solcher dem Gebot der Selbstverleugnung uud der Unterordnung aller persönlichen Gefühle unter die hvhern Interessen der Kirche widerspricht. Aber schließlich sind auch die katholische,, Pfarrer Menschen, und viele empfinden es tatsächlich unangenehm, wenn andre geistliche Einflüsse iu die ihnen zustehende Sphäre eingreifen und sie in den Augen ihrer Gemeinde iu die zweite Stelle drängen. Dagegen sträuben sich schon ihre deutschen Anschniuingeu von administrativer Ordnung, und so entsteht in den Kreisen der Weltgeistlichkeit, die im übrigen der römisch-katholischen Parteipolitik treue Gefolgschaft leisten, doch vielfach eine instinktive Reaktion, die nur zur Belebung und Stärkung ihrer deutsch-vaterländischen Gesinnung dienen kann.
Roon
Zu feinem hundertsten Geburtstage
Q trimmt«? robur! In der großen Dreiheit, die in der Zeit unsrer Eiuigungskämpfe Preußens und Deutfchlcmds Stärke war: Vismarck, Moltkc, Noon, ist der Kriegsiniuister iu der Regel der zuletzt geuauute, aber sein Anteil au dem, was wir vor einen, Menschenalter glorreich errungen haben, steht dennoch hinter dem
Lorbeer Molttes nicht zurück. Roon hat nicht Schlachten befehligt, hat nicht den Heere» ihre Operationen vorgeschrieben, aber er hat die Heere geschaffen, mit denen wir unsre Kriege führen tonnten. Der tadellos arbeitende Heeres- orgauismus, der für Moltkes Berechnung die erste uud sicherste Unterlage bildete, war Noous Werk. Dem Verfasser dieser Zeilen sagte Vogel von Falcken- steiu, der Führer der Mninarmee, im Jahre lW7: „Dns Großartigste in diesen, Kriege waren in meine» Auge» die Leistungen des Kriegsministeriums.