Beitrag 
Die politische Zukunft der amerikanischen Staatenwelt
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Bewußtes und unbewußtes Streben im staatlichen Leben des Reichslandes 1F5

Verufskonsulate in Curitiba, Dcsterro, Porto Alegre und Rio Grande do Sul liefert jedem Denkenden den Beweis, daß wir schon jetzt das Terrain vor­bereiten wollen. Nach der Aufhebung des von der Heydtschen Reskripts war das auch entschieden die beste Maßregel, die wir für Erhaltung der deutschen Reichsangehörigkeit dort treffen konnten. Wie durch dieses verhängnisvolle Reskript die Auswanderung nach Brasilien verboten wurde, so müssen wir jetzt ein Gesetz erlassen, das die Auswanderung nach allen andern Ländern und die Verleitung dazu unter Strafe stellt. Sobald wir Südbrasilien in unsre Interessensphäre gezogen haben werden, können wir den Answandrern ja auch absolute Garantien für ein gutes ungestörtes Fortkommen dort geben, zumal dn dann auch eine freudigere Beteiligung des deutschen Privatkapitals zu erwarten steht. Hüten müssen wir uns davor, bnreankratische Einrichtungen ü> diese Länder zu tragen. Lassen wir ihnen soviel Selbstverwaltung wie irgend möglich. Geben wir ihnen Beamte, die dort aufgewachsen sind, orga- uisiereu wir ein Kolonialheer, wo jeder seine Wehrpflicht erfüllen kann, ohne hierzu nach Deutschland reisen zu müssen. Stellen wir sie in zollpolitischcr Hinsicht so günstig, wie das die finanziellen Interessen des Reichs nur irgend erlauben. In wenig Jahren werden wir dann jenseits des Atlantischen Ozeans ein lebensfrisches deutsches Kolonialreich entstehn sehen, das vielleicht das beste und lebensfähigste Staatsgebilde sein wird, das die koloniale Be­gabung des alten Europas hervorgebracht hat.

Gewußtes und unbewußtes Streben im staatlichen Leben

des Reichslandes

(Schlufz)

egegnet die völlige Einverleibung in Preußen dem Übelwollen des Bundesrats oder andern uuwiderstehlicheu Mächten, nun so bleibt es bei der tatsächlichen Personalunion mit Preußen. Der erwünschte Fortgang der Germanisation, die in Saarlouis und Umgegend schon iu vierzig Jahre» erreicht war, wird sich dann lerdings verlangsamen, aber verloren wird auch nichts, solange es bei der umsichtigen kaiserlichen Verwaltung Lothringens bleibt. Wenn im Bundesrat le drei elsässischen Freistaaten je eine und Preußen oder der Kaiser für "thringen eine Stimme mehr erhielte, so würde damit eine wesentliche Ände- ^'"g des Stimmenverhältnisses zwischen Groß- nnd Kleinstaaten wolil ver­mieden werden.

Nehmen sich nun die Elsässer die ihrem Stammescharakter entsprechende Entwicklung zu kleinern Freistaaten znm Ziel, so ist es selbstverständlich, daß "s Deutsche Reich dem mir schrittweise, je nachdem die Elsässer zeigen, daß ^ zu selbständiger staatlicher Tätigkeit in deutschem Sinn entschlossen sind,