Das wundertätige Schlangenkraut in Mythen, Sagen und Märchen
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Kriege zusammen im Felde gestanden hatten, tauschten zuerst an den Erinnerungs- tageu gegenseitig Besuche aus, und daraus hat sich in verhältnismäßig kurzer Zeit das jetzt bestehende gute freundnachbarliche Verhältnis entwickelt. Das zeigt sich z, V. auch darin, daß, während früher die Burg Hohenzollern von Württemberg aus eher gemieden wurde, sie nnnmehr gerade von dort sehr zahlreich besncht wird.
So ist es denn neben den Eindrücken der schönen Natur eines der angenehmsten Ergebnisse, die man von solchen schwäbischen Wanderungen mitbringt, daß man dabei beobachten kann, wie sogar in kleinen abgelegnen Orten der nationale Gedanke, das Gefühl und das Verständnis für die Geineinsamkeit der Interessen kräftig Wurzel geschlagen haben, und wir so trotz der politischen Fehler vieler Jahrhunderte doch auf dem Wege sind, dnrch das neue Reich eine wirkliche Nation, ein großes, einiges Volk zu werden.
Das wundertätige Schlangenkraut in Mythen, 5>agen
und Märchen
lie Lebensbedingungen aller Menschen sind im wesentlichen gleich. Jahrtausende, Abstammung und klimatische Einflüsse könne» Wohl Sitten und Anschauungen, aber niemals die Grundbedingungen ändern, unter denen sich das Leben abspielt. Die Triebe, die in den Menschen gelegt sind, bleiben dieselben ebenso wie die Tätigkeit lder Phantasie. Liebe und Haß und alle Regungen der Seele sind noch heute das treibende Element im Leben der Menschen wie vor Tausenden von Jahren und zeugen laut von der Einheit des Menschengeschlechts. Alle diese Regungen finden ihr treues Abbild in Mythen, Sagen, Märchen und in jeder Richtung der Poesie. Die Phantasie der Völker ist die frische Quelle, der dieser Schatz entströmt, darum finden wir trotz der Verschiedenheit des Himmelsstrichs und der Zeiten bei verschiedue» Völkern merkwürdig ähnliche Gebilde, und doch sind sie, obwohl durch Ort und Zeit getrennt, aus eigner Kraft emporgewachsen; die Phantasie war ihre Mutter, unter derselben Sonne gediehn sie, verlockend schön oder einfach, düster und wild oder heiter und lieblich. An der Wahrheit dieses Satzes wird nichts geändert, wenn man auch zugeben muß, daß einzelne Züge in den Mythen, Sagen und Märchen als gemeinsames Erbgnt mit den Völkern aus ihren Stammsitzen in alle Welt hinaus wanderten, dann verschwanden und zuweilen erst wich Jahrhunderten wieder auftauchten, gefärbt nach dem Boden, ans dem sie Wurzel schlugen.
Die Phantasie der Völker hat sich kaum mit einem andern Tiere so lebhaft beschäftigt wie mit der Schlange. Fast alle Völker sahen in ihr das Bild eines rätselhaften und geheimnisvollen Geschöpfes, die Verkörperung eines dämonischen und unheimlichen Wesens. Deshalb war der Volksglaube von jeher bemüht, die Schrecken nnd die Wunder ihrer Erscheinung ins nngemessene auszuschmücken. Bei den alten Griechen stellten die Schlangen ursprünglich unterirdische Gottheiten dar. Später sah man in ihnen die Seelen der abgeschicdnen Heroen nnd glaubte, daß die Toten durch ihre Verwandlung in Schlangengestalt zu den Seligen entrückt würden. So wurden Kadmos nnd Harmouia, nachdem sie in Jllyrien Herrscher geworden waren, zuletzt von Zens in Schlangcn verwandelt nnd uach dem Elysion