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Ein Sommerurlaub in Pommern
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Feuer!

Damit ist dem Leser so ziemlich der eng umgrenzte, aber behagliche Rahmen gegeben, in dem sich mein damals in Pommern verbrachter Sommerurlaub ab­spielte. Glanzpunkte in diesem Aufenthalt, aus dem gefälligen, aber flachern Muster herausrageude Nagelköpfchen, sogenannte elcms, waren die Entenjagd im Achter­wasser und das Festspicl im Drübenschen Hause: beide möchte ich dem Leser in einer der nächsten Grenzboteunummeru wahrheitsgetreu beschreiben.

Feuer!

Erinnerung aus dem russischen jDolizsilebeu von Alexander Andreas (Fortsetzung)

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ch erreichte das Ende der Steinstraße und eilte nun am Ufer hin. Vor mir sah ich Rauch aufsteigen. Das Feuer selbst konnte ich nicht sehen, denn eine Menge hoher Gebäude verdeckte die Brandstätte. Mir war nur der obere Teil der Rauchsäule sichtbar, aber der Ein­druck, den der Anblick machte, wurde dadurch nur um so beängstigender. Ich hatte noch ein gutes Ende bis zum Feuerwehrdepot uud zu der Brücke zu gehn, und die Gebäude, die vor der Feuerstelle standen, waren noch weiter entfernt. Trotzdem schien der Rauch, der sich oben ausbreitete und in schwarzen, von gelbgrauen Zungen und Streifen dnrchbrochnen Schwaden vor dem schwachen Winde mir entgegcnzog, so nah aufzusteigen, als ob die Feuers­brunst dicht vor mir läge.

In dem Maße, wie ich mich der Brücke näherte, schallte mir immer stärkerer Lnrm entgegen. Unzählige Menschenstimmen verschmolzen mit dem durch die Schnee­decke gedämpften Geraffel der Tonnenwagen, die vom Flusse her und zu ihm hinfuhren, zu einem dumpfen Gebrause. Die überlauten Zurufe der bei dem Löschen Be­teiligten und das scharfe Knattern des mit Gewalt aus den Spritzenrohren schießenden Wassers gaben dem Getöse den eigentümlichen Charakter, der den Lärm der Feuersbrunst von jedem andern unterscheidet.

Als ich bei der Brücke ankam, blieb ich verwirrt stehn. Die Straße und die Brücke waren gefüllt von einer teils zu Fuß teils zu Schlitten dahin hastenden Menschenmasse. Woher kamen alle die Leute? Wohin wollten sie? Aus dem jen­seitigen Stadtteile natürlich. Und wohin? Nun, zum Feuer. Wieviel Zeit wird uoch vergehn, und um wieviel höher wird der Mehrzahl des Volkes der Brotkorb noch gehäugt werden müssen, bis endlich die Gewohnheit schwinden wird, Arbeit und Pflicht beiseite zu setzen und wie toll und blind dahin zu rennen, wo so großes Unheil vor sich geht, wo die dazu Berufnen mit Überanstrengung aller Kräfte, ja mit Lebensgefahr arbeiten, und wo jeder unnütze Mensch nicht allein überflüssig, sondern hinderlich und störend ist, wäre es auch nur durch den Ärger, den er dem Geschädigten wie dein Nettenden durch sein faules Dastehn oder sein unberufnes, oft rohes und rücksichtsloses Geschwätz verursacht!

Die Trottoire der Straße und der Brücke waren bedeckt von Fußgängern aus allen Ständen. Dicht gedrängt bewegte sich die Menge vorwärts, schien zu eilen und kam doch nur langsam vom Platze. Schuljungen, Handwerksbnrschen, Arbeiter, auch Gruppen von jungen Frauenzimmern, denen es auf dem Trottoir nicht schnell genug ging, liefen auf der Straße selbst, wo sie iu beständiger Gefahr Waren, von vorüberjagenden Fuhrwerken beschädigt oder niedergeworfen zu werden.