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Maßgebliches und Unmaßgebliches
Ich glaubte ihr das aufs Wort. Dieses Kleeblatt war jedenfalls ebenso zungenfertig wie die Wirtin, und da es ihr au Zahl überlegen und mit jugendlichen Lungen versehen war, hätte sie bei einem Zusammenstoß freilich die Segel streichen müssen, hatte wohl auch schon Lehrgeld gezahlt.
Ich ging nach Hause, wies meinen Burschen an, allein zn essen, und trat um zwei Uhr bei Burin ein.
Hurra! schrie Burin mir entgegen, hnrra! wir haben gewonnen.
Er berichtete, er habe seiner Alten genaue Anweisung gegeben. Sie sei wie zufällig zu Agafja gegangen, habe bei ihr in der Küche hilfreich Hand geleistet und dabei von den häufigen Bränden gesprochen, die oft auch dnrch Vernachlässigung der Schornsteine entstehn möchten. Agafja habe ihr beigestimmt und erzählt, der Richter cinßere sich oft dahin, daß es unverantwortlich von der Polizei sei, so wenig acht auf die Schornsteine zu gebe«. Er halte die Schornsteine für die Hauptursache der Feuersbrünste und lasse darum in seinem Hanse jeden Monat, den Küchenschlot sogar zweimal im Monate kehren.
Ich reichte Bnrin dankend die Hand.
Warten Sie, warten Sie, Alexander, rief er, das Beste kommt erst. Meine Alte - o, Sie glaube» gar nicht, wie intelligent sie ist! Freilich hatte ich sie mehr als eine halbe Stunde dressiert —, meine Alte sagte darauf, sie habe gehört, daß die Polizei einen Kaufmann verklagen wolle, dessen Schornsteine den ganzen Herbst nicht gereinigt worden seien. Der werde schlecht ankommen, meinte da Agafja. Natürlich unterließ sie nicht, zn fragen, wer der Kaufmann sei. Sie wissen, Alexander, wie neugierig die Weiber sind. Als sie den Namen Jsotow horte, legte sie sogar den Kochlöffel auf den Herd und stemmte die Arme in die Seiten. Na, sagte sie, der werde daran denken müssen, denn er habe nicht allein vor einigen Jahren ganz unbrauchbares, verfaultes Holz geliefert — das habe auf die Sache keinen Einfluß, und sie erwähne es nur so nebenbei, setzte sie hinzu —, sondern zweitens sei er schon mehrmals wegen Gewalttätigkeit angeklagt gewesen, nnd der Richter werde bei dieser Gelegenheit gegen Jsotow hoffentlich das höchste Strafmaß anwenden. So steht es, Alexander! Wir sind obenauf, Hurra!
Ich mußte unwillkürlich lachen. Der gnte Burin freute sich in meinem Interesse so aufrichtig über die Unannehmlichkeit, die dem Kaufmanne bevorstand, als ob er der schlechteste Mensch wäre, dem das Unglück des Nächsten nur Vergnügen mache. Als ich ihm das sagte, lachte er von ganzem Herzen mit. Ich war allerdings mit der Nachricht sehr zufrieden. Wurde Jsotow hart bestraft, und verbreitete sich die Kunde davon im Stadtteile — daß sie sich verbreite, dafür wollte ich schon Sorge tragen —, so hatte ich gewonnenes Spiel und wenigstens auf der Sandseite wohl kaum noch nötig, neue Protokolle aufzusetzen.
(Fortsetzung folgt)
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Der Student und die Philosophie. In der Sonntagsbeilage der Vossischen Zeitung vom 26. Oktober uud vom 2. November v. I. nimmt der bekannte Philosoph Wilhelm Schuppe das Wort, um einer Beschränkung der philosophischen Bildung nn unsern Universitäten entgegenzutreten. Besonders wendet er sich mit großer Entschiedenheit gegen die Bestrebungen, die die Philosophie als obligates Prüfungsfach aus dem Lx-MLu riZ-orosum der philosophischen Fakultäten beseitigen wollen. Von einem Höhen Standpunkt aus betrachtet er den Wert der Philosophie für den