Horbstbilder von der Röder und der pulsnitz
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Dein Himmel muß man Liebesnot vertrauen, Gold schafft uns Land, das Schicksal unsre Frauen.
Auch hier also ist Falstaff Folie. Dies — nicht etwa die „Unlust" des Dichters — ist auch der Grund, warum Fcilstaffs Humor hier „nicht so siegreich" hervortritt wie in Heinrich dem Vierten. Einesteils liegt seinem Charakter die Rolle, die er hier spielt, nicht — die einzige Form der Liebe, deren er fähig ist, wird uns ja im zweiten Teil von Heinrich dem Vierten geschildert —; vor allem aber ließ die Zartheit des Gegenstands eine humoristischere, also mildere Darstellung seines Gebarens nicht zn; die Pointe des Lustspiels würde dadurch zerstört worden seiu. In einer Apotheose der echten uneigennützigen Liebe — das sind die „Lustigen Weiber" — konnte ein Charakter wie Falstaff, der sich nicht schümt, sogar dieses heiligste der Gefühle zu mißbrauchen, nur verhöhnt werden, und die großartige Ironie, mit der das geschieht, ist Shakespeares durchaus würdig und zeigt sein Genie und seinen Humor in ihrer vollen, überlegnen Größe.
Herbstbilder von der Röder und der pulsnitz
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von Otto Ldnard Schmidt
2. <Line Fahrt um die Meißnisch-Lausitzische Nordostgrenze
! ie alte Mark Meißen bestand aus den Gauen Nisani und Dala- minzi. Beide hatten als Südgrcnze den ungeheuern Urwald des östlichen Erzgebirges, den Miriquidi, als Nvrdgrenze Dalmninzis dienten die von Mühlberg (Moleberg — Grenzburg) znr untern I Röder und Schwarzen Elster streichenden Wälder, die durch den Tenfelsgraben (voll den Katzschhäusern bis Koselitz) und andre Befestigungen unwegsam gemacht wordeu waren. Weiter nach Osten zu war die Pulsnitz oder vielmehr die die Pulsnitz ans beiden Seiten begleitenden Wälder die Grenze gegen die slavischen Gaue der Lusizi (Niederlattsitz) und Milzieni (Oberlausitz). Denn die Deutschen liebten nicht wie die haarscharf messenden Römer die Lineargrenze, sondern die breite Flüchengrenze; erst allmählich haben sich Bachgrenzen und durch Steine bezeichnete Grenzlinien bei ihnen eingebürgert.
Die fortschreitende Besiedlung hat die alten Grenzwälder gelichtet, die Teilung Sachsens im Jahre 1815 hat die Grenzbezirke der Mark Meißen politisch zerrissen, aber alte Grenzen haben ein zähes Leben. Vielleicht sind noch Spuren ihrer Organisation oder andre bemerkenswerte Denkmäler der Vergcmgeu- heit in dieseil nur selten aufgesuchten Gegenden erkennbar — so dachte ich, als ich mich an einem schönen Herbsttage zur Reise dahin anschickte. Denn für den Sachsen hört ja die Welt für gewöhnlich in Großenhain auf, und sie beginnt nordwärts erst da wieder, wo ihm die überwältigende Lichtfülle der großen Halle des AnHalter Bahnhofs sagt: Du bist in Berlin. Für das, was dazwischenliegt, hat der moderne Reisende keine Zeit übrig. Deshalb empfindet man so einen