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Eine Inselreise durch das griechische Meer : 3. Von Paros bis Thera
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Die Kunst des Tanzes

reinlicher zugegangen wäre! Es herrschte aber in dieser Hinsicht eine wahr­haft orientalische Wirtschaft, Über die Tischtücher und die Servietten mußte mau hinwegsehen, wenn man nicht allen Appetit verlieren wollte. Das Auswaschen des Geschirrs geschah von Tag zn Tag nachlässiger, die Nufwürter hatten über diesen Punkt unglaublich naive Ansichten. Als ich den Kellner eines Morgens darauf aufmerksam machte, daß meine Tasse am Rande noch deutlich ein getrocknete Spureu vom Tage vorher zeige, steckte er zwei Finger in den Mund, fuhr damit reinigend um den Rand uud war sehr erstaunt, daß ich die Tasse nunmehr erst'recht zurückwies. Noch schlimmer erging es eiuei» andern Herrn. Ein gewisser Ort, den man in nördlichen Breiten peinlich sauber zu haltcu pflegt, hatte sich als augenblicklich unbenutzbar erwicseu, nnd der Herr forderte den Aufwärter aus, ihn in gebrauchsfähigen Zustand zu versetzen. Da nahm dieser eine Serviette vom Tisch und verschwand damit hinter der kleinen Tür. Der Zeuge dieses durch Einfachheit hervorragenden Verfahrens verzichtete für diesesmcil auf das Frühstück.

(Schluß folgt)

Die Kunst des Tanzes

as Tanzen lernt der Älpler, wie das Ringen, das Klettern und das Jodeln, im täglichen Wettbewerb um einen Platz an der Svnne nnd in der Gunst der Franen. Der Steirer zum Beispiel lernt es so früh, daß man ihn ohne große Übertreibung einen gebvrnen Tänzer nennen kann wie den Spanier nnd den Italiener, nnd wer auf seinen Zügen durch das Steierland in der nächsten Umgebung der Tanzplätze le kleinen verschossenen grünen Hüte und ihre verhältnismäßig noch kleinern Träger eobachtet hat, kann bestätigen, dnß in den Bergen wenn von nichts andern«, sicher '°>n Tänzer das Sprichwort gilt: Was ein Häkchen werden will, das krümmt sich beizeiten.

Aber auch in der nächsten Umgebung unsrer reichsdeutschen Dorfschenken kann >nn derartige Progymnasien und deren vorbereitenden Einfluß beobachten. Zu der Mratischen Ruhe des Dorfdrehers, bei dessen korrekter Ausführuug Tänzer nnd ^anzerin einander, Stirn gegen Stirn gelehnt, in tranmnrtigem Sinnenransch, unter .^"'üßigem Fußschlnrfen nmtreisen, kommt es freilich bei der versuchenden Jugend ^' J>" Takt gleichmäßig einherzuschleifen gelingt ihnen noch nicht: sie hopsen nd bücken, weil sie die richtige Kraft nicht an der rechten Stelle und im rechten «eitmaße verwenden, aber daß sich später der sechzehn- bis siebzehnjährige Jüngling m die Reihen der bewährten Tänzer mischen kann, ohne das schwerfällige Rad der unfeinandcrfolgenden Paare, das sich nm den Mittelpunkt des Saales dreht, aus oem Geleise zu bringen, verdankt er seinen dilettantischen Vorstudien unten im Hofe °er Schankwirtschaft oder oben am Zugang zur Stiege, wenn es da einen gerän- ""gen, spärlich erleuchteten Vorplatz gibt.

Auch die Mädchen lernen in diesen Kreisen das Tanzenvon alleine," nur vrel besser als die Jungen, weil ihre Spiele ohnehin meist Neigen sind, und weil >>e nicht das Bärenhafte der neuerwachten uud deshalb ungeschlachten Leibeskräfte ZU überwinden haben, das den jungen Burschen anfangs ungelenk und eckig macht, Grenzvoten I 1908 45