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Litteratur
ist bei einem sv guten und mitten im kunstgeschichtlichen Betriebe stehenden Kenner, wie Jaro Springer, selbstverständlich. So wird über zwei ueuentdeckte deutsche Meister des fünfzehnten Jahrhunderts, Konrnd Witz und Multscher, deren Werke uns eineu überrnscheudeu, die bisherigen Anschauungen völlig verrückenden Einblick in die Anfangszeit der ältern deutschen Malerei gewähren, das Nötige gesagt (nur dürste das Todesjahr von Witz etwa sieben Jahre früher anzugeben sein). Der in Lissabon unlängst anfgefnndne Hieronymus Albrecht Dürers wird erwähnt, die Bemerkungen über Matthias Grünewald sind erweitert, nnd das Überraschende in seiner Knnstweise wird hervorgehoben, während auf die Streitfrage, ob Hans Cranach der sogenannte Psendo-Grünewald sei, mit Recht nicht eingegangen wird. Es wird serner der herrliche Creglinger Altar, dessen Verfertiger nach Bodes Vorgang längere Zeit als ein besondrer Meister galt, als Arbeit Tilmcm Riemenschncidcrs (auf Gruud des Buches von Tönnies) anerkannt; dagegen heißt es Seite 65 und 67 uoch, das; sich der Adam und die Eva Niemenschneiders an der Marienkapelle in Würzburg befänden, während sie thatsächlich seit einiger Zeit in der Sammlung des dortigen Historischen Vereins untergebracht sind. Eine besonders wertvolle Bereicherung ist aber dem dritten und dem vierten Bande durch die reichlichere Verwendung des Dreifarbendruckes zu teil geworden, indem die Zahl der Tafeln von 7 auf 28 erhöht worden ist. Wir finden hier Meisterwerke von Bottieelli, Mclozzo da Forli, Signorelli. Veronesc, Tiepolo, Konrad Witz, Dürer, Velnzquez, Watteau und andern in ganz vortrefflichen farbigen Nachbildungen. Auch bei deu Textabbildungen ist ein Fortschritt wahrnehmbar; es sind nicht bloß veraltete Holzschnitte, sondern auch Autotypien, die sich als nicht gut genug erwiesen hatten, durch bessere Abbildungen ersetzt worden. Für Freunde von Zahlen sei erwähnt, daß sich jetzt die Gesamtzahl der Textabbildungen in allen vier Bänden auf 1919, und die der buntfarbige» Tafeln auf vierzig belänft, und dabei ist der Preis nach wie vor äußerst mäßig. Schließlich möchte ich nicht unerwähnt lassen, daß mir der Druck wesentlich sorgsamer und kräftiger erscheint, als bei der vorhergehenden Auflage.
Sv dürfen wir denn das schöne Werk in seinem neuen, prächtigen Gewände mit Frende und Genugthuung begrüßen und dürfen hvffeu, daß es in immer wettern Kreisen Verständnis und Liebe für die bildende Kunst wecken und vertiefen möge.
L.
Die Meisterwerke der Nationalgalerie in London. (München, Franz Hnnfstängl.) Die Sammlung enthält frühe Italiener (Giovanni Bellini. Crivelli, Piero dei Franceschi. Sandrv Bottieelli usw.), Prachtwerke Tizians nnd Hanpt- biloer von Rembrcmdt, Albert Cnhp, Rnisdael und Hobbema. Die Auswahl ist gut und die autotypische Herstellung von der jedem Kunstliebhaber aus andern Unternehmungen des Verlags bekannten Vollkommenheit. Der niedrige Preis von 12 Mark für den eleganten Leinenband in Großoktav mit 222 Bildern steht in gar keinem Verhältnis zu der herrlichen Welt, die sich hier vor unsern Augen nufthut.
Litteratur
Die deutsche Sprache von Otto Behaghel. Zweite, neubearbeitete Auflage. Leipzig, G. Freytag. 190S. — Unsere Muttersprache von O. Weise. Vierte Auflage. Leipzig, B. G. Teubner,1902. — Recht und Sprache. Ein Beitrag zum Thema vom Juristendeutsch von Dr. L. Günther, Professor der Rechte. Berlin, Carl Heymann, 1902
Die beiden zu gleicher Zeit in neuer Bearbeitung erschienenen Bücher — der Umfang des ersten ist um mehr als ein Drittel der ersten Auflage (1886) gewachsen — haben sich insofern dieselbe Aufgabe gestellt, als sie darauf ausgehu, in einer den Laien fesselnde» Darstellung auf Grund der gesicherten Ergebnisse der Wissenschaft das Werden und Wesen unsrer Muttersvrache lind die Ursachen des