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Das Eisenbahnnetz Indiens vom militärischen Standpunkt aus
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Das Lisont'ahnnetz Indiens vom militärischen Standpunkt ans

im Kriege nur solange gesichert, als Quettah und Belndschistan behauptet werden.

Ferner haben wir zwischen der Linie Lahore-Multau uud dem Eisen- bahnnbergange bei Attok, jener parallel zum Indus ziehend, die Zweigbahn Lala Mussa-Kundinl. Sie zweigt sich bei Lalla Mussa zwischen Lahore und Nawal Pindi von der Hauptaufmarschliuie I ab, tritt bei 5Üandial in das Thal des Indus uud sucht mit einer Wendung gegen Südwesten bei Dem Ghasi Khan oder bei Shershah den Anschluß nn die Linie Lahore-Multan- Sukkur wieder zu erreichen. Die letzte Teilstrecke ist erst im Jahre 1890, nach Vollendung der Brücke über den Chenabfluß, dem Betrieb übergeben worden. Nicht ohne Bedeutung für diese Bahn ist die erst in neuerer Zeit gebaute Straße, die auf dem rechten Ufer über das Gebirge in der Richtung auf Knndahar führt. Die zweite Zweigbahn ist die von Golra nach Kushalgar, die bei Golra, einer zwischen Nawal Piudi und Attok liegenden Station der Linie I, ausgeht und bei Kushalgar am Indus endigt, wo die Straßen vom Knrrampasse von Kohat, Banuu uud Dora Ismail Khan zusammenlaufen.

Außer den genannten Bahnen zweigen sich auf der Strecke Lahore-Nawal Pindi der Linie I zwei kurze Numpfbahnen, die Linien: Amritzar-Pathankot und Wazirabad-Sialkot-Jamu bis zur Grenze von Kashmir ab, denen uach Lage der Verhältnisse in den Pamirländern eine strategische Bedeutung nicht abgesprochen werden kann.

Wenn nach nlledem die Zahl der wirklich wertvollen Anfmarschlinien zur Juduslinie uud ebenso ihre Leistungsfähigkeit bis jetzt verhältnismäßig be­schränkt ist, so hat die anglo-indische Regierung unter dem Drucke der nach­teilig veränderten uulitürpvlitischen Lage in Zentralasien doch nicht gezögert, sofort Hand an die Verbesserung und weitere Entwicklung des indischen Eisen­bahnnetzes zu legen. So hat man namentlich die vielfach bedenklichen Stei­gungen auf den Strecken Sibi-Nasak der Eisenbahn Sukknr-Kili-Abdnllah nnd Nawal Piudi-Riwcil der Bahn Lnhvre-Nawal Piudi nach Möglichkeit er­mäßigt, die Zahl der Rangier- und der sonstigen Nebengleise auf den Stationen sehr vermehrt, die Schienen der Linie Lahore-Sukkur durch solche stärkerer Abmessuug ersetzt, und auf der Strecke Lahore-Naewind derselben Linie sind zwei Gleise gelegt, damit unter Berücksichtigung der früher angedeuteten Friedensdislokation die Versammlung einer Armee auf dem rechten wie auf dem linken Flügel der Jndnsgrenze, gegen Kcibnl wie gegen Knndahar nach Möglichkeit beschleunigt werden kann. Dennoch genügen alle diese Ver­änderungen noch nicht annähernd, das Bahnuetz des nördlichen Indiens für die ihm im Kriege zufallenden Aufgaben ausreichend geeignet zu machen, denn immer noch zeichnen sich verschiedne Abschnitte des nördlichen Bahnnetzes durch auffallend große Steigungen und starke Krümmungen ans. So betragen sogar bei der abgeänderten Strecke Niwal-Nawal Pindi die Steigungen immer noch 1: 30, und die Krümmnngen haben nur einen Radius von 300 Metern.

Es sind dies Mängel in der Anlage, die in dem übereilten Bau der Strecke Riwcl-Peschawer infolge des Ausbruchs der afghanischen Kriege ihre natürliche Begründung finden. Augenblicklich werden wieder Verbesserungen des Schienen-