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Heimkehr :
(Fortsetzung)
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Heimkehr

von Marthe Renate Fischer (Fortsetzung)

r hörte seine Schritte poltern auf der stetig bergan führenden, steinigen Straße. Dann hörte er das Rauschen des Baches hart an seiner Seite. Oben ans den Bergen stürzte er herab, von Gefalle zu Gefalle, schmal nur, blank wie weißes Glas über seinem Lager von Sand und Kieseln, und von zahlreichen kleinen Schützen l aufgehalten und zum Staueu gebracht, Bohlenstücken, hnudhoch etwa, die eingetrieben waren, um Tiefe zu schaffen zum Wasserfchöpfen. Denn hier fingen seitlich die Gehöfte von Seitengoschen an. Es war eine einzige Straße das Bachufer entlang. Bald lag drüben ein Gehöft, bald hüben, je nachdem die Berglagerung Raum bot, und um miudesteus Steinwurfweite das eine vom andern entfernt. Eingebuchtet — angeklebt den Bergen — dem Bergausatz, der abgeschachtet war, wie eine wehrhafte Ausiedluug aufgesetzt. So viele Gehöfte es gab, soviel Schützen waren im Bach, und soviel Brückchen führten hinüber. Eine Mandel Gehöfte etwa, das war der ganze Ort. Ein paar neue wareu darunter, nn den alten war hier und da ausgebant nnd erweitert worden. Zuletzt tauchte sein Gehöft auf, gut imstande gehalten, mit neuer Schieferdeckung; aber doch wie eng uud ärmlich gegen seinen jetzigen Besitz!

Vor jedem Gehöft hatte er ein paar Minuten gestanden, alles in Augenschein genommen, was sich etwa verändert hatte, und was geblieben war. Er hatte auch die Menschen betrachtet, die bei den Gehöften arbeiteten. Hier spülte eine Frau die Wäsche für das Kindchen an der Bachschütze. Das konnte ihren hellen Haaren nach eine Günther sein. Die Günthers waren also ans ihrem Grundstück verblieben. Drüben besserte einer neben seinem Hause deu Weg aus, der vom letzten Unwetter gelitten haben mochte, er trieb Steilen ein und packte Gestein darauf, Erdreich wurde nachgeworfen. Man sah noch, wo es abgerutscht war, hart an der Scheunen­wand. Die ehemals hier gehanst hatten, waren schmalköpfig mit schwarzen Haaren gewesen, der Mann bei der Arbeit war dick und hatte einen breiten Schädel. Mochte ein Eingeheirateter sein. An der Röhrcnleitung, seinem Gehöft gegenüber, sah er Männer und Fraueu beim Wasserholen. Fingerdick lief der Strahl in den massigen Steintrog, der die Stelle des Reservoirs vertrat. Der Überschuß floß durch eine unterirdische Leitung dem Bächleiu zu.

Sein Gehöft! Wie ein fremder Bau stand es da, der dem Wandersmann nichts zu sagen hatte. Die Wiedersehensfrende wollte nicht kommen. Die Wehmnt packte ihn nicht. Er setzte seinen Stock vor und pilgerte weiter.

Hier und da war noch ein schaffensmüder Feldftreifen in den dunkeln Fichten­bestand eingebettet; aber bald war nichts ringsum zu sehen, als die stillen, grünen Berge, die heiligen, schwarzgrünen Fichtenflächen: wie ausgebreitete Riesenteppiche mit Millionen eingewebter Wipfel streckten sie sich hin, bergan bergab. Vor ihm, hinter ihm, zu beiden Seiten, wohin er blicken mochte, waldbcstandne, duukle Berg­riesen. Der anstrebende Weg führte ihn weiter bergauf, bog sich, und neue Wald- uud Bergkulissen waren vorgeschoben; er war vom Bachlanf abgekommen, nur der stille, steile Weg lief in der Waldeinsamkeit dahin.

Und dann that sich die Waldeinsamkeit auf zu einer Waldwiese mit einer Kirche nnd dem Gottesacker. Wunderbar feierlich hob sich der rote Steinban von den grünen Fichten ab, der rote, schlanke Turm aus dem Schutz der dunkeln Berg-