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Heimkehr :
(Fortsetzung)
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Heimkehr

von Marthe Renate Fischer (Fortsetzung)

in wenig später saß Iahn wieder hinter seinem Seidel und fing von Goschen und Seitengvschen zu sprechen an. Der Gastwirt, ein flinker, wohlgenährter Mann, hatte sich zu ihm gesetzt und erzählte, den Tätscherbäcker aus Gvschen kenne er wohl, der sei schon öfter bei ihm eingekehrt. Es gebe eigentlich deren dreie in der Wirtschaft, einen in reifen Jahren, einen ganz alten im Altenteil, den er aber noch nicht geseheu habe, uud einen, der mit der Priska verheiratet sei. Nun wollte Iahn von der Priska wissen.

Die habe ihren Jungfernkrauz zn Recht getragen, versetzte der Wirt. Der Alte nickte. Wen sie denn geheiratet habe? Die hat Hannfrieden seinen Großen geheirvt.

Der alte Iahn wußte nicht, wer Hannfriede war. Aber er wollte weiter von der Priska wissen.

Ja, sagte der Wirt, die sei ein propres, schönes Weib, arbeitsam, flink.. .

Iahn unterbrach ihn mißtrauisch: Daß sie das noch so hinbringt. Js doch itze auch schon bei Jahren, die Priska.

Da kam es heraus, daß die Priska vom Tätscherbäcker ein junges Weib von füufnndzwanzig Jahren sei.

Der alte Iahn fing an zu lachen. Nein, die Priska, nach der er frage, die habe die Siebzig schon überschritten.

Und dann saß er und rechnete. Seine Priska, die er zuletzt geseheu hatte, wie fie, die Schürze vor das Gesicht geschlagen, ihre bitterlichen Thränen um sein Scheiden weinte, seine Priska mochte doch wohl schon die Großmutter der jungen Priska sein. Gewißheit hatte er sich nicht verschaffen können, der Wirt wußte weiter nichts zu sageu.

Obcu stellte sich allmählich die Hochzeitsgesellschaft zum Tanzen ein. Das ganze Haus wurde unruhig davon. Iahn hörte dem Laufen und Rutschen zu und den sachten Tönen, die von der Mnsik herunter drangen. Dann bat er, ihm sein Logis zu zeigen, er wolle zur Ruhe geh».

Mau wies ihn nach oben. Hier aber war er dem Tanzen uud Rutschen und der Musik so nahe gerückt, daß er an Schlaf nicht denken konnte.

Er saß nm Tisch, horchte hinüber.

Kleine Begebnisse aus seiner Jugeud und Kindheit stiegen ihm auf, au die er eiu ganzes Menschenleben nicht mehr gedacht hatte. Da er räumlich näher ge­kommen war, stellte sich die Einnerung ein, wie eine schwatzhafte Person, die alles weiß uud von allem berichten möchte. Immer lebendiger wurde die Vergangenheit, immer weiter trat die Gegenwart zurück, als würden all die Schleier, die von jeuer abgehoben wurden, über diese gebreitet. Der Gedanke, der zn den Seinen hiunber- sprang, faßte zuletzt kaum dort Fuß.

Auf dem Tisch brannte ein Licht, vor ihm neben dem Leuchter nnf der weißen Decke lag seine Ledertasche. Er stand auf, hängte sie an den Fensterricgel und sah in die Nacht hinaus, nach dem langen Zng der Bcrghänpter, der sich wie eine sacht gewellte Linie, wie eiu hingezeichncter feiner, geschwungner Strich von dem