Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Mci muß machen, daß ma häm kommt. Dabei begann er aufzuhucken, wobei Jcchu ihm half.
Vor dem Kochzeitshans standen die Leute Kopf bei Kopf und guckten durch die Fenster in die Stnbe, wo getafelt wurde. Die jungen Bursche flüsterten den Mädchen Schalkereien zu, über die Geschrei nnd Gelächter entstand. Die Mädchen hatten sich untergefaßt, als halte sich eine an der andern, und bildeten so eine Kette, hinter der die Burschen sich aufgepflanzt hatten. Trotz der anzüglichen Worte nnd der gelegentlichen Anfschreie ging es gesittet her.
(Fortsetzung folgt)
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Ehrhard nnd seine Kritiker. Tranb. Seit der Restauratiou des Katholizismus iu der ^eit der Romantik sind alle Versuche erleuchteter und wohlmeinender Katholiken, ihre"Kirche ein wenig zu resormieren, nach folgendem Schema verlaufen. Dem ersten Worte der Kritik, das sie ausspracheu, jubelten alle nichtkatholischen Preßstimmen zu die Zivnswttchter erklärten die Kritik und den Reformvorschlag für Rebellion für einen Angriff auf die Kirche, und das Volk sagte sich schon selbst, noch ehe es ihm seine ultramontanen Führer gesagt hatten: Der Mann den. die ..Protestanten. Juden nud Freimaurer" beistimmeu. ist sicherlich e.n Kirchenfeind. Der Reformer sah sich darum immer bald vor die Wahl gestellt, ob er widerrufen oder die Kirche verlassen wollte. Dank den in der Besprechung Von Ehrhards Buch "" 27. Heft augedeuteten Umständen dürfte Von den heutigen Refonnkatholiken keiner auf diese grausame Probe gestellt werden, am wenigsten Ehrhard. Er hat s'ch in dem soeben bei Jos. Roth in Stuttgart und Wien erschienenen Buche: -Liberaler Katholizismus? Ein Wort an meine Kritiker." mit dieseu auseinandergesetzt. Man sieht aus seiner Antikritik, daß ihm der Beifall der politisch Liberalen und wie sie ihn, als „liberalen Katholiken," halb nnd halb zu den Ihrigen rechnen, äußerst peinlich ist. und er verwahrt sich ans das feierlichste dagegen, dem .edeln Dulder" Mus IX. zu nahe getreten zu sein (wir möchten wisse», was der S" dulden gehabt hat!), aber er behauptet tapfer seinen einmal eingcnvnnm.en Standpunkt, uud ei» k rck iches Disziplinarverfahren ist trotzdem weder gegen ihn eingeleitet Ivorde» noch wiri das w Zukunft geschehn. Von den Kritikern erwähnen wir nur. daß sich der Redemptorist Röster (in. Vaterland) vor den andern dnrch Verbohrtheit uud Fanatismus auszeichnet, daß die Kntike» der beide» Jesu. » Mötzer uud Duhr nach Ehrhards Urteil ..weitaus die wohl.vollendsten u d g - rechtesten" sind, nnd daß es die meisten übrigen Kritiker namentlich an Loyalität "nd Ehrlichkeit fehlen lassen. Die einzelnen Kontroversen interessieren ^ Wir wollen die Gelegenheit nnr wieder dazn venntzen sowohl den Protestanten wie den Katholiken je ein Meditationsthema vorzulegen das geeignet st, d Be endigung anzubahnen. Eiue der Koutroversen des Buches dr^t snh um d dogmatische B de.it ung des Syllabus. die uns natürlich gleuhgiltig ist aber über die geschichtliche Rolle, die er gespielt hat. ist ein Wort zn sagen. S ne Ver- üffentlichung ist iinter den vielen thörichten Handlnngen des bigotte. Pu s teme der gescheiteste., gewesen, aber das wütende Geschrei, das die mchttatholische We t darüber erhoben hat. war nnbegründet. und wenn man heute noch mit dem Syllabus beweise» zu könuen glaubt, daß Rom ein Monstrum sei so tauscht man sich. Bekanntlich ist dieses Aktenstück eine Zusammenstellung von Sätzen, die die Kurie bei Verschieden Gelegenheiten verworfen hatte; welche Ansicht wahr sei. die der z»r Grenzboten IV 1902