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Iörn Uhl und Niels Glambäk
dorischen Wanderimg selbst und den durch sie bewirkten Umwälzungen finde sich ja keine Spur in den Gedichten. Für unsre deutschen Sezierkünstler, die die vermeintlichen einzelnen Bestandteile präparieren und meinen, das Ganze sei von einem Redakteur mehr oder weniger geschickt zusammengeflickt, hat der Engländer nichts als Spott und Hohn. Warten wir ab, wie sie ihn strafen werden, mit schweigender Verachtung oder mit beschämender Widerlegung.
Jörn Uhl und Niels Glambäk
s sind die Namen zweier Jnngen, eines holsteinischen und eines dünischen, und die Geschichte ihrer Entwicklung bildet den Inhalt zweier Romane, die dadurch mancherlei Verwandtes bekommen haben. Mit dem ersten (Berlin, G. Grote) hat ein holsteinischer Pastor, Gustav Frenssen, einen glücklichen Wurf gethan, auf dem Titelblatt steht „Zwanzigstes Tausend"; der Verfasser hat, wie die Zeitungen melden, sein Amt niedergelegt und sich in seinem Heimatlande einen Bauernhof gekauft, um ganz seiner Feder zu leben. Der andre: „Niels Glambäk. Wie er ein Mann wurde," von dem bekannten ausgezeichneten dänischen Schriftsteller K. G. Vröndsted, ist den Grenzbotenlescrn soeben in einer sorgfältigen und feinen Übersetzuug vorgeführt worden. Die Ähnlichkeit des Eindrucks der beiden Romane beruht zunächst auf der Stammesverwandtschaft ihrer Menschen und der Art, wie sie sich äußern, einer naturwüchsigen uud treffenden kurzen Sprache, die in ihrer durchsichtigen Gedankenbildnng an das Plattdeutsche anklingt, sodann aus dein einfachen Erzählungsinhalt, der dem innern Erlebnis nur als Einkleidung dient, damit dieses das volle Licht erhält; höchstens bei Vröndsted laufen einige wenig hervortretende romanhafte Züge mit unter. Bei Frenssen fehlen sie ganz. Alles Interesse richtet sich auf das Psychologische, das Fertigwerden des Menschen, der die Hauptperson ist. Frcnssens Roman ist in der Art, wie er die sinnlichen Grundlagen der menschlichen Natur bloß legt, ganz eigentümlich und neu, neu auch in dein Sinne, daß er schon allein um deswillen solchen Modernen zusagen muß, denen diese Seite des Lebens die Hauptsache ist, und die nur in der Offenheit noch einige Schritte weiter gehn. Ernstere Leser, denen hierin schon Frenssen zu weit gehn möchte, finden bei ihm ein reichliches Gegengewicht an sonstiger Lebenserfahrung, an Gemütswärme und sogar an der religiösen Stimmung eines auch für unreligiöse Menschen noch annehmbaren natürlichen Christentums. Dazu kommt, daß uns das Buch das viel bewegte Problein des arbeitenden Landmanns mit seinen Sorgen und seiner Not vor Augen stellt, aus eigner Anschauung und in wahrer, ergreifender Schilderung, sodaß der ungewöhnliche Beifall, mit dem es von der öffentlichen Beurteilung aufgenommen ist, seine Berechtigung hat.