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Hellentum und Christentum : 9. Julian
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Musikalische Zeitfragen

der das Wesen und den innern Znsammenhang der Dinge erkannt habe, der brauche die herrschende Meinung nicht zu befragen, um zu erfahren, was gut und was böse sei. Gleich den meisten Weisen des Altertums preist Julian den Diogenes auch besonders darum, weil er den Mut gehabt habe, völlig arm und dadurch wahrhaft frei zu werden. Ju unsrer modernen Welt hat die Armut, wie jedermann weiß, den Charakter einer Befreierin vollständig eingebüßt.

(Schluß folgt)

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Musikalische Zeitfragen

von Hermann Aretzschinar

6. Die Musik auf den Universitäten

ür die musikalische Erziehung Deutschlands sind in neuerer Zeit die Universitäten wieder wichtig geworden. Wieder geworden. Daß sie es schon einmal gewesen sind, weiß jeder, der vom Quadrivium gehört hat. In der philosophischen Fakultät, der tA<zrlltg,8 artwui, bcgcmucn seit dem fünfzehnten Jahrhundert auch der zukünftige Theolog, der Jurist und der Mediziner seine Studien und schloß hier mit Astronomie und Musik, oder wie es in den24 goldnen Harfen" des Johannes Nides (1438) in andrer Reihenfolge lautet:Die sechste Schul heißt Musiea die Siugerin, darin lernt man singen und Saitenspiel, die siebente und letzte Schul, darin lernt man Sterne sehen." Luther hat in seinem Briefean die Ratsherren aller Städte deutschen Landes" (1524) die Beachtung der Musik in den gelehrten Studien nochmals eingeschärft: nicht bloß Sprachen und Historien sollte man hören, sondern auch singen uud die Musiea mit der ganzen Mathcmatica lernen. Nach dieser Weisung verhielten sich die deutschen Universitäten das ganze sechzehnte Jahrhundert lang, die Rostvcker Statuten von 1578 ließen niemand zum Baccalaureat zu, der nicht in den sieben freien Künsten, also auch in der Musik, unterrichtet war.

Wenn wir, wie sich aus Paulsens Geschichte unsrer Hochschulen ergiebt, über den eigentlichen Betrieb der Musik auf den alten Universitäten zur Zeit noch wenig genaues wissen, so liegt das zum Teil daran, daß die Gelehrten dieses Gebiet nicht untersucht haben. Wie Carl Nef jüngst über die Musil- verhültnisse der Universität Basel im sechzehnten Jahrhundert erfreuliches Licht verbreitet und einen besondern Lehrstuhl für Musik samt den Namen der In­haber nachgewiesen hat, so werden auch an andern Orten die Nachforschungen nicht ohne Erfolg bleiben.

Das Hanptmaterial ist in den Akten und Archiven der Konvikte und der Stiftungen zu suchen. Das Institut der Stipendiaten dürfen wir schon jetzt als die eigentliche Stütze der alten Universitätsmusik betrachten. Bei der Neubegründung der Universität Wittenberg im Jahre 1536 wurden ihm die