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Caprivi geblieben, der so recht ein Vertreter des engen binnenländischen Standpunktes war; aber nnn bricht der Katzenjammer mit Macht herein. Der eingeschläferte Philister wacht bei dem Lärm der Enttäuschten ebenfalls auf nnd verstärkt, da er die vcrsprochnen schönen Sachen auf seinem Kaffeetisch nicht findet, das Geschrei in seiner Weise durch weinerliche oder hämische Sittenpredigten. Optimisten im Auslande überlegen sich schon, wieviel Groschen sie für den oder jenen Fetzen unsrer auf Abbruch verkauften Besitzungen anlegen wollen. Merkwürdig genug! Käufer würden sich für das scheinbar so unnütze Gerümpel sicher finden.
Demgegenüber gilt es kaltes Blut zu bewahren. Wenn bei dem Lärm etwas gutes herauskommt, wenn der Sinn für vernünftiges wirtschaftlich gesundes Vorgehn mehr geschürft, der Assessorismus zurückgedrängt, das Netz der Flotten- und der Kohlenstationen vervollständigt wird, dann soll es dankbar begrüßt werden. Sobald man aber den freien Blick in die Znt'unft des Deutschtums durch trübe Staubwolken zn hemmen sucht, danu ist es Zeit, auf die unwägbaren, aber gewaltigen Mächte hinzuweisen, die uns in die Kolonialpolitik hineingeführt haben, und in denen die Zukunft des deutschen Volkes und des deutschen Geistes lebendig ist. Weder Krämerseelen noch ernüchterte Enthusiasten sollen uns daran hindern! Wer sich auf diesen Standpunkt stellt, wird die wahren Ziele unsrer Entwicklung im Auge behalten, ohne sich von phantastischen Hoffnuugen berauschen oder von ängstlichem Kleinmut einschüchtern zu lassen. Nicht daß Nur zu goldsammeluden Ameisen werden und dann in habsüchtiger Engherzigkeit, wie einst das Volk Hollands, elend verkommen, soll unsre Aufgabe sein, sondern daß wir uns den Herrscherblick über die Weiten der Erde, die Macht weltbezwingender Gedanken und die frische Thatkraft des Willens gewinnen nnd bewahren. Dazu aber brauchen wir unsre verlästerten Kolonien, nnd nur werden sie behalten, so lange wir des deutschen Namens würdig sind!
(Lindrücke aus der modernen Verwaltung Preußens?
besonders in der Areisinstanz
Von P. v, Hodemanu
Das Thätigkeitsgebiet des Verwaltungsbeamten im allgemeinen
andrat zu sein, denke ich mir schön; aber was er eigentlich thun hat, davon kann ich mir gar keinen Begriff machen. Derartige Äußerungen habe ich mehr als einmal und nicht nur von Damen zu hören bekommen. Diese Unkenntnis über die Thätigkeit eines Verwaltungsbeamten ist begreiflich; denn darin liegt ja gerade das Eigentümliche seines Berufs, daß ihm erst das Berufsleben aller andern Menschen seinen eigentlichen Inhalt giebt. Bald ist es der Land-