Musikalische Ieitfrageu
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recht, Nationalökonomie. Von Berufnngcn sind zu erwähnen: Professor Perrier als Richter an das schweizerische Bundesgericht, Professor Buchet au das statistische Amt der Stadt Nürnberg als Direktor, Professor vwn Koschem- bahr-Lhskvwski au die Uuiversitüt Leinberg, Professor Lenz an die Universität Czernowitz. Professor Ruhland ist beurlaubt zur Organisation des „Getreide- mnrktes" in Berlin, uud Professor Hauptmanu als Mitglied des preußischen Ab geordn etenh auscs.
Die Liecntiatenprüfung, zugleich juristisches Staatsexamen für Freiburg, das von andern Kantonen anerkannt wird, ist mündlich und kann in eine Reihe von Teilexamina aufgelöst und auf verschiedne Semester verteilt werden. Bis Ende 1901 wurden im ganzen 138 Lizentiatendiplome verliehen. Zur Erlangung der Doktorwürde sind außer der selbständigen, wissenschaftlichen Dissertation, für die Druckzwang besteht, zwei schriftliche Arbeiten über gestellte Themata in bestimmter Frist anzufertigen, uud es wird eine ausgiebige mündliche Prüfung verlangt, von der nnr die Inhaber der Lizentiatendiplome befreit sind. Doktorpromotioncn fanden im ganzen fünfzehn statt.
(Schluß folgt)
Musikalische Zeitfragen
Von Hermann Kretzschmar
Der musikalische Privatunterricht
er Gesanguntcrrricht iu unsern Volksschuleu und Mittelschulen soll der gesamten Jugend des Landes den Zugang zur Musik erschließen und ihr die Grundlagen des Übens uud Verstchns geben.
Der Privatunterricht führt diese Schularbeit bei den beaulagtcu Naturen auf das Gebiet der besondern Neigung und Befähigung hinüber und erzieht der Kunst ihre eigentlichen Jünger, Bcrnfsmusiker und Dilettanten. Die Ausbildung der Dilettcmteu ruht auf ihm meistens allein, die der Fachmusiker bis zu einem bedeutenden Grade; er ist für sie das wichtigste Mittelglied zwischen dem Musikunterricht der Volks- und der Gelehrtenschulen auf der einen und dein der Kouservatorien aus der audern Seite. Für die meisten Knaben nnd Mädchen, die Privatstunden, uud kosteten sie anch nur 50 Pfennige, nicht erschwingen können, hört die Möglichkeit, in der Musik weiter zu kommeu, mit dem Abschied von der Schule auf, d. h. leider gerade da, wo der für die Musik empfänglichste Lebensabschnitt beginnt. Vielleicht sorgt die Zukunft wenigstens für die ansgesprochncn Talente in diesen Kreisen. Unentgeltliche Singschulcn für erwachsene Mädchen, Aufnahme des Gesangunterrichts in den Lehrplan der Fortbildungsschulen wäre» die eiufachen Mittel hierzu.
In den bemittelten Klassen dagegen gehört heute der Ausgabcpostcn für uulsilalischen Privatunterricht zn den Forderungen der allgemeinen Bildung,