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Der Kampf um Rom 1849
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Der Kampf um Rom

von Gtto Uaoinmel

uf dem höchsten Punkte des Janiculums, dessen geradliniger, langgestreckter Rücken Rom im Westen begrenzt und es beherrscht, erhebt sich seit 1895, von jeder freien Stelle der Stadt aus und in der ganzen Umgegend sichtbar, das Reiterstandbild Garibaldis. Von hohem Sockel getragen sitzt der Held auf dem ruhig stehenden Roß in seiner historischen Tracht, den südamerikanischen Poncho umgeworfen und scharf nach links, nach dem Vatikan hin spähend; leidenschaftlich bewegte Kämpfergruppen umgeben den Fuß des Denkmals, und die Marmor­büsten von Helden der italienischen Einheitskricge leuchten ringsum aus dem üppigen Grün der aussichtsreichen Passegginta Margheritn hervor. Kein Platz war für dieses Monument geeigneter als dieser. Denn hier oben hat Gari- baldi die ewige Stadt mit zähestem Mute gegen die Frauzosen verteidigt, eine der denkwürdigsten Episoden der italienischen Revolution und eine der rühm­lichsten. Nur ein starker Idealismus konnte in diesem Augenblicke den Kampf überhaupt noch aufnehmen, den jede nüchterne Erwägung widerriet, und damit aufs neue beweisen, daß nicht Reichtum und nicht Bildung die stärksten Mächte des Völkerlebens sind, sondern der feste Wille und der unerschütterliche Glaube.

Das stolze I/ItM-i 5-W cl» des Königs Karl Albert hatte sich bald als ein Traum erwiesen; der Erhebung Siziliens, Mailands und Venedigs, dem siegreicheu Vordringen der Piemontesen und ihrer Verbündeten aus Tosknua, Rom und Neapel im Frühjahr 1848 war mir allzuschnell der Rück­schlag gefolgt. Die Schlacht bei Santa Lueia am 6. Mai brachte sie am Mineio zum Stehn, die Allokntion Pins des Neunten am 29. April, in der der Papst verkündete, daß er als Haupt der Christenheit gegen das katholische Österreich keinen Krieg führen könne, zerstörte die begeisterte Hoffnung der Neoguelfen, die päpstliche Weltmacht könne die Führung der italienischen Nativnnlsnche übernehmen, und leitete den Untergang der weltlichen Papst- nmcht ein; am 16. Mai warf König Ferdinand II. mit seinen Schweizerrcgi- Grcnzboten III 1302 64