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Maßgebliches und Unmaßgebliches
Wäre ich nur würdig genug! flüstert Niels — Huitfeldt hat ihn an seine Brust gezogen —>, wäre ich nur würdig genug! Es ist ein großer Name und eine große Verantwortung.
Die Bäume sehen einander ernsthaft an; sie bezeugen, daß dieser junge Mann den großen Namen und die Verantwortung übernommen hat.
Mein teurer Sohn, Dank, tausend Dank!
Ach, ich bin es ja, ich bin es ja, der danken muß —
Morgen mehr davon, und die Formalitäten später; nun wollen wir hineingehn und thun, als sei nichts geschehn, sagt Hnitfeldt.
Sie gehn, aber die stummeu Zeugen bleiben zurück. Sie senken die Zweige in dem stillen Abend und grübeln darüber nach, ob es nun auch zum Besten des Geschlechts seiu wird. ^
Eiu Diener kommt ihnen entgegen.
Es ist nach Seiner Exzellenz gefragt worden, eine Dame oder ein Frauenzimmer —
Gut, ich komme, sagt Huitfeldt zerstreut. Er hat sich auf eine Bank in der Nähe der Schloßterrasse niedergelassen, den Ellbogen auf die Armlehne der Bank gestützt, die Finger um die Schläfe gelegt.
Aber Niels eilt die Stufen der Terrasse hinauf, unwillkürlich sucht er Fräulein Lassen — warum nur? denkt er und biegt in eine leere Stube ein; dann geht er unruhig aus eiuem Zimmer in das andre — neue Gedanken dringen ans ihn ein, große und neue Dinge. . .
Aber das Wichtigste kommt auf einmal wie ein Blitz:
Denn nun darf er ja . . . Marie! . . . nun kann er ja . . . Marie! . . . Ach Gott im Himmel, wie glücklich —
Es ist kein rechter Sinn darin, wo er hingeht, und wo er nicht hingeht; wenn nur die andern nicht sehen, wie verrückt er ist . . . ach Gott im Himmel, wie glücklich —
So geschieht es, daß er auch in die Halle kommt.
Und dort, außerhalb des Lichts der Lampe, da steht jene Frau — jene Dame — schwarzgekleidet und unansehnlich drückt sie sich in den Winkel dicht neben der Thür — sie fährt zusammen bei seinem Anblick und kriecht noch mehr in sich zusammen —
Niels schließt die Augen, um sie nicht zn sehen. Er kann sie in seiner jetzigen Stimmung nicht ertragen. Er geht zu derselben Thür wieder hinaus, durch die er eben erst hereingekommen ist.
Aber zugleich wird er von Mitleid erfaßt, oder von etwas anderm, was er sich nicht erklären kann —
Huitfeldt geht an ihm vorbei in die Vorhalle.
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Die Väter der Postkarte. Am 15. Juli starb in Wien der langjährige Professor der Volkswirtschaft, Hofrat Dr. Emannel Herrmann, ein sehr geistvoller, doch als solcher in weitern Kreisen eigentlich wenig bekannter Schriftsteller, geboren am 24. Juni 1839 zu Klageufurt. Was seinen Namen aber in der ganzen Welt bekannt gemacht hat, war die Anregung zur Einführung der Postkarte, die er Ende Jnuuar 1809 durch einen Artikel in der Wiener Neuen Freien Presse