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Aus dem Lande der Cypressen :
(Fortsetzung)
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Niels Glambäk

Von dem heiligen Janucirins, dem Schutzheiligen Neapels, ist im ganzen weniger die Rede. Wir waren an seinem Grabe, in der Kathedrale, und haben ein Stück von seinem Finger gesehen. Leider nicht die kleine Phiole mit seinem Blut, das im Mai anfängt, dünnflüssig zu werden, und das dann in feierlicher Prozession durch die Straßen getragen wird. Wehe dem, der dann nicht an das Wunder glaubt und seine Zweifel offen ausspricht! Er bekommt wenigstens Prügel und kann sich dann freuen, so gut davon zn kommen.

Wir sind aber noch nicht im Mai, und in der schlecht gehaltenen Kathedrale sieht es wenig festlich aus. Zwar drängen sich die Menschen zu den Beichtstühlen, und ein steinalter Sänger läßt vom Chor seine dünne Stimme erschallen, aber von einem feierlichen Gottesdienst merkt man nichts, obgleich im Hauptschiff ein Hochamt gefeiert wird. An der Seite sitzen die Priester in den Beichtstühlen, und sie haben es nicht leicht; denn auf jeder Seite des Stuhles flüstert eine knicende Frau eifrig auf sie eiu. Ein Vorhang verhüllt das Gesicht des Geistlichen, man sieht nur die Hände, die eine große Schnupftabakdose auf- und zuklappen. Manchmal aber beugt er sich vor, steckt den Tabak in seine Nase und spuckt verdrießlich auf den Fußboden. Es muß mühevoll sein, die Sünden dieser zwei hoch frisierten Mädchen, deren Ohrringe größer sind als ihre Ohren, in sich aufzunehmen.

Aber es ist auch schwer, in den Wagen zn steigen und dem Kutscher zu sagen, daß man nach dem Bahnhof muß. Zuerst kommt der Abschied von dem freund­lichen Padrone und seiner hübschen Padrona und dann das Lebewohl vom Droschken­kutscher. Es ist nicht mein Freund von Camaldoli; aber ganz nahe mit ihm ver­wandt, und er hat noch einen besondern Gruß für mich zu bestellen. Dieser Gruß kostet fünfzig Centesimi extra; aber es schmerzt mich nur, daß es die letzen Cente- simi siud, um die man mich in Neapel prellt. Im ganzen habe ich so billig ge­lebt, daß es thöricht wäre, sich über solche Kleinigkeiten zu beklagen. Noch einmal umfängt mich der Tumult des Bahnhofs, Blumen- und Fruchthändler drängen sich vor dem Gebäude an mich heran, und von der Abfahrtshalle erklingt das schrille: ?i-cmti, kartsnW! der Schaffner. Zum Glück giebt es eine Bahnsteigsperre wie im geliebten Vaterlande, und ist man erst glücklich auf dem Perron angelangt, geht alles so gut und so glatt wie anderswo. Vielleicht noch etwas besser nnd glatter. Und es kostet nur wenig Centesimi.

(Schluß folgt)

Niels Glambäk

Wie er ein Mann rvurde von R. G. Bröndsted Zweiter Teil 17

s Vergingen mehrere Tage. Niels war die ganze Zeit mit den andern auf Rödsten zusammen, und Donna Zegura hatte Herrn Huitfeldt noch nicht aufgesucht.

Dieser war in die nächste Landstadt gereist und wurde am fol­genden Tage zurückerwartet. Die jungen Leute vergnügten sich wie gewöhnlich mit allerlei Sport draußen uud drinnen. Herr Engelbrecht, der nach der Abreise der Stiftsdame seine Flöte zurückbekommen hatte, spielte vom frühen Morgen an.

Aber am Nachmittag blieb es still im Park, Engelbrecht erschien nicht