Beitrag 
Sächsische Schlösser und Burgen
Seite
436
Einzelbild herunterladen
 

436

Niels Glambük

felsiger Boden sich nicht unbedeutend über dein Wasserspiegel erhob. Bis an die Ufer heran drängte sich der dichte Wald. Dorthin bante man das nene Schloß zwischen die stillen Teiche und die leise rauschenden Buchen in schwei­gende Abgeschlossenheit." Das geschah im Jahre 1541, und die Bauart des Schlosses ist für die Unsicherheit der damaligen Verhältnisse überaus bezeichnend. Vier starkummauerte dreistöckige, nur nach innen offne Galeriegebäude, von ebensoviel Türmen gestützt und bastionartig flankiert, umschlossen einen zur militärischen Verteidigung eingerichteten Hof, in dessen Mitte, wie eine Cita­delle, das Schloß stand. Anch die an dessen Wendelstein üblichermaßen an­gebrachte steinerne Begrüßungstafel hatte etwas Herbes, Trotziges:

Ich, eines Fürsten Jagdhaus, Wer mich veracht, der bleibe draus. Ob nicht Jedem gefallen thu. Laß mich allein, behalt sein Ruh.

Den Bau des Augustnsburger Schlosses setzte der Kurfürst August 1568 unter Leitung des Bürgermeisters Hieronymus Lotter ins Werk, eines damals schon bejahrten, aber sehr sachverständigen Beraters, dessen Entwürfen und Bauführung die Stadt Leipzig ihr bisheriges Rathaus verdankt. Das von dem Kurfürsteu August gleichfalls gebaute Schloß Annaburg, das er für seine Ge­mahlin, Anna von Dänemark, als Leibgcdinge bestimmt hatte sie starb jedoch noch ein Jahr vor ihm, füllt nicht in den Bereich von Metzschcns Buch, da es zu den an das Königreich Preußen gekommenen sächsischen Landes­teilen gehört: es trifft sich jedoch für unsre Leser wie für uns güustig, daß der nicht bloß überaus qucllenkuudigc, sondern sich als Meister in der Schil­derung landschaftlicher und gemütlicher Stimmungen bewährende Professor Schmidt in seinenKursächsischen Streifzügen" (Nr. 8 des heurigen Grenz- botenjahrgaugs) die wegen ihrer Wassercmlagen, ihrer Baumschulen und ihres fürstlichen Aqnavits seinerzeit berühmteGründung" des populären Negenten- oder vielmehr Landcselternpaars eingehend besprochen hat.

(Schluß folgt)

Niels Glambäk

Wie er ein Mann wurde von A. G. Bröndsted Zweiter Teil 12

! er See Jcikkenjak sonst hieß er der Nörholmer Teich lag eine Viertelmeile von Rödsten entfernt. An der Fahre konnte man Boote mieten, dorthin wanderte (oderbummelte") die junge Gesellschaft an diesem Tage.

Der Weg führte zuerst durch einen Laubwald; es ging mitten ^ durch in aufgelöster Ordnung, man kümmerte sich weder um Weg noch Steg. Eins kam durch ein Himbeergebüsch, und gleich hieß es: Ach, da wimmelt es! da wimmelt es! Uud sie sind schon so reif! Es zeigte sich natürlich, daß nur wenig Beeren da waren, nnd alle unreif. Von da an nannten sie jede Art Enttäuschung und Verkehrtheitwimmeln."

Dann kamen sie durch eiue Tmmeuwaldung; da bombardierten sie einander