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Deutschland als Industriestaat
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Musikalische Zeitfragcn

Wahrheit zurückgekehrt ist, die Aristoteles und die Scholastiker gelehrt haben, uud daß sein Materialismus ein Abfall von seinen eignen philosophischen Grundanschauungeu sei. Für gelungen halten wir den Nachweis, daß nicht die Marxische Werttheorie einer Tendenz entsprungen ist, sondern daß die neuern Werttheorien, wie die Böhm-Vawerkische, diesen Vorwurf verdienen; denn die bürgerlichen Nationalökonomen sind sich seit Adam Smith ziemlich klar darüber gewesen, daß nur die Arbeit, soweit kein Monopol ins Spiel kommt, Tauschwert erzeugt, und erst, seitdem Marx Eiufluß gewonnen hat, suchen sie diese Wahrheit mit allerlei Redensarten zu verschleiern. Weniger überzeugend wird der Nachweis wirken, daß Marx weder das Recht ans den vollen Arbeitsertrag fordert, noch mit seiner Wertlehre zum Umsturz einladen will, noch die übrigen wertbildendcn Umstünde vernachlässigt, noch den Kapitalprofit für unberechtigt erklärt. Zwar die Stellen, die Hohoff aus dein Kapital" anführt, sind schlagend, aber in seiner Gesamtheit macht dieses dreibündige Werk einen andern Eindruck als die paar vou Hohoff angeführten Stellen, über die man unter dem überwiegenden Einfluß andersgearteter leicht hinwegliest. Auch der sehr ruhige und objektive Schmoller hat erst dieser Tage (in der Sozialen Praxis vom 1. Mail Marx vorgeworfen, daß er die wertbildende Kraft der geistigen Arbeit des Unternehmers unterschätze, was Hohoff ebenfalls leugnet. Daß der Wert, wie Hohoff mit vielen angesehenen Nativnalökonomen lehrt, das wichtigste Problem der ganzen Volkswirtschafts­wissenschaft sei, kann man nnr für die rein theoretische Behandlung dieser Wisseuschaft zugebe»; für die volkswirtschaftliche Praxis sind andre Fragen, z. B. die Frage der Bodenbeschaffung bei wachsender Bevölkerung, wichtiger. Hohoff wird einwenden, folche Fragen gehörten gar nicht in die Wissenschaft, sondern in die Politik; aber es ist doch wohl auch Aufgabe der Wissenschaft, den Leuten klar zu machen, daß der Mensch weder in der Lnft arbeiten noch ans der Lust Werte schaffe» kann, woran zu denken in den vierten Stock­werken großstädtischer Miethünser sowohl die Arbeiter wie die Gelehrten leicht verlernen.

Musikalische Zeitfragen

von Hermann Rretzschinar 3. Der Musikunterricht in der Volksschule und auf deu höhern Lehranstalten

ie Forderung, das gesainte Volk für die bildende Kunst zu er­ziehn, schon der Schuljugend den Blick für Schönheit und Wesen der äußern Welt zu schärfen, ist erst in neuerer Zeit aufgestellt worden. Für die Musik dagegen tritt die Schule schon seit alters ein; sie genießt einen Vorzug, für den ihre Vertreter und Freunde dem Staat und den Behörden unter allen Umständen Dank schuldig sind. Deutschland hat wie mit seinem gesamten Bildungswesen auch mit der musi-