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Deutschland als Industriestaat
Großstädten, als leuchtendes Beispiel bahnmachend vorangehn. Bedientensinn und Kastenhochmut im Beamtentum sind das schlimmste Unkraut für die gesunde Sozialreform und die beste Vorfrncht für die sozialdemokratische Verseuchung.
Deutschland als Industriestaat
nter den zahlreichen Büchern, die uns der Streit um den Industriestaat beschert, dürfte das Werk: Deutschland als Industriestaat von Dr. F. C. Huber, Professor an der Technischen Hochschule und Sekretär an der Handelskammer zu Stuttgart (Stuttgart, I. G. Cottas Nachfolger, 1901), zu den nützlichern gehören. Der Verfasser will für die praktische Lehrmethode „des Altmeisters List" Anhänger gewinnen, der die Professoren und die Diplomaten gering schätzte uud meinte, mir in der Fabrik nnd in den übrigen Großbetrieben der Industrie könne man das heutige Wirtschaftsleben versteh» lernen: den Scharssinn des Ingenieurs, den Unternehmungsgeist des Kaufmanns, „die wunderbare Organisation, die, wie innerhalb der einzelnen Fabrik, so anch innerhalb der gesamten Volks- uud Weltwirtschaft den einzelnen Familien eine neue gesicherte s?j Existenz, sowie der heutigen Macht und dem künftigen Wachstum der Größe des Deutschen Reiches den festen Boden gegeben hat. Dann wird der Vergleich der Meisterwerke der hervorragenden Geisteshelden von einst und jetzt zeigen, wohin der moderne Fortschritt zielt, nämlich dahin, daß die große Industrie und der Großverkehr die Frucht der gesamten Geistesarbeit in den Dienst einer immer größern Gesamtheit stellt." Auf diesem Wege werde die Nationalökonomie einen sichern Halt gewinnen „gegenüber den sich vordrängenden pessimistischen Augenblicksstimmungen und den aus einer überwundnen Entwicklungsperiode herrührenden Prätensionen." Zu diesem Zweck behandelt Hnber im ersten Teil seines 512 Seiten starken Buches die geschichtliche Entwicklung der „Gewerbekraft" des Deutscheu Reiches, deu heutigen Stand dieser Gewcrbekraft, den Einfluß der industriellen und kommerziellen Umgestaltung, die allmähliche Ausgestaltung des Industriestaats, die wirtschaftliche Lage des Deutschen Reichs, die internationale Gesamtwirtschaft und den „Kaufpreis für die Industrialisierung." Der zweite Teil stellt den gegenwärtigen Stand der einzelnen Industriezweige des Deutschen Reiches statistisch dar. Auf Originalität kann der Abschnitt Seite 146 bis 194 Anspruch machen, der die Verwendung der auswärtigen Politik uud der Kolonisation für die Volkswirtschaft behandelt; daraus wollen wir die Hauptgedanken mitteilen.
Bei den heutigen Bestrebungen „handelt es sich nicht mehr bloß um den Industriestaat, auch uicht mehr allein um den Anteil an der Weltwirtschaft oder um die Zollpolitik gegen die nächsten Nachbarn, sondern um eine Hcmdels- nnd Schiffahrtspolitik im großen Stil, nm die Erlangung und Behauptung der