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Kolonialpädagogik
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Musikalische Zeitfragen

und dcu weiten Blick derer, die seine Geschicke bestimmen, vertrauen auch die Männer, die das große nationale Werk mutig in Angriff genommen haben. Sie verträum vor allem auch auf die Unterstützung der Kreise, die an der Förderung unsrer weltwirtschaftlichen Beziehungen und der Pflege des Deutsch­tums im Auslande ganz besonders interessiert sind.

Musikalische Zeitsragen

von Hermann Uretz sch IN ar

2. vom Nutzen der Musik und von ihren Gefahren

>ie eingehende Untersuchung musikalischer Zeitfragen verlangt die Vorfrage: Verdient die Musik überhaupt so ernst genommen zu I werdeu?

Bei den aufrichtigen Freunden unsrer Kunst kann diese Frage ! verletzen. Gleichwohl ist sie notwendig. Einmal stehn sehr viele Gebildete der Musik gleichgiltig oder verächtlich gegenüber; zum andern hat die Musik nicht zu allen Zeiten dieselbe Wichtigkeit.

Bei dem ersten Punkte muß einen Augenblick verweilt werden. Schein­bar hat er darum nichts weiteres auf sich, weil es Musikfeinde zu jeder Zeit gegeben hat, und weil sie auch heute ersichtlich in der Minderheit sind. Dafür, daß im gebildeten Deutschland die Musikfreundlichkeit entschieden überwiegt, sprechen die Abonnementslisten unsrer Musikvereine, die Honoratiorennamen, aus denen sich ihre Vorstände gewöhnlich zusammensetzen, dafür spricht der Absatz unsrer Klavierfabrikcn. Man darf aber diese Beweise nicht über­schätzen: sie sind in vielen Fällen nicht Ausdruck der Liebe, sondern der Mode uud der Eitelkeit. Soweit sie aber gelten und vollzühleu, wiegen sie nicht die Thatsache auf, daß in unsern gelehrten Kreisen während des neun­zehnten Jahrhunderts das Interesse uud das Verständnis für Musik nach­weislich und sehr merklich zurückgegangen ist. Aus dieser Thatsache erklären sich die im vorigen Abschnitt aufgezählten Verluste der Mnsikpslcge zum Teil mit. Hätten die Juristen und die Theologen, die in den Gemeindc- räten und Staatsbehörden saßen, das rechte Herz für die Musik gehabt, so wären die alten Stadtvfeifereien, die Kirchen- und Schulchöre nicht ab­geschafft, sondern nach den Vorschlügen Forkels aufgebessert worden. Wo sind heute die Thibaut, G. Weber, Kiesewetter, von Winterfeld, von Tucher, Ambros, die Schleinitz, Petschkc, Veit, Wolfram? Wo sind heute überhaupt Juristen, die als musikalische Schriftsteller uud Komponisten Bedeutung hätten? Man vergleiche in den gedruckten Chroniken von Chorinstituten, wie die Berliner und die Breslauer Singakademie: wie viele Vertreter der gelehrten Berufe vor zwei und drei Menschenaltern mitsangen, und wie viele das heute thun? Hoch-