Aus dem Lande der Cypressen
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Nissen und seine Gemahlin Konstcmze, geborne Weber, die Witwe Mozarts; der Luftschiffer Blanchard, der im Frühjahr 1792 die Zeilen einschreibt:
L.ötlisrsu.ra trmiavit itsr <iuo lluwwo IZIari.c!liai'Ä Imp^viäu.» sortsm nou. timot IvÄriain,
und endlich der abenteuerliche Fritz Freiherr von der Trenck, im August 1792.
Einer aber fehlt: der Messiassünger Klopstock, dessen Bekanntschaft Lawätz sicher gemacht hat — nicht nur aus nachbarlichen Beziehungen, sondern vor allem, weil Lawätz während seines Aufenthalts iu Altona von 1785 bis 1825 ein fruchtbarer, geschätzter Schriftsteller war. Waren sie einander feindlich gesinnt, oder waren die Beziehungen so innig, daß es der Erinnerung im Stammbuch nicht bedürfte? Otto Leh mann
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Aus dem Lande der (Lypressen
von Lharlotte Niese
talien wird zwar das Land genannt, wo die Zitrone blüht, und sie blüht auch dort, wächst und gedeiht; was aber wäre Italien ohne die Cypressen? Wie häßlich würde die sonnenbegläuzte, schneeweiße Mauer in deu blauen Himmel ragen, weuu nicht schwarzgrüue Cypressen über sie hinauswüchsen und einen stimmungsvollen Übergang I machten. Cypressen sind es, die den großen und kalten Campo Santo ihren ernsten Charakter perleihen, die manches häßliche neumodisch gekleidete Marmorbild mit ihren sanften Schatten weniger häßlich mncheu. Cypressen stehn auf dem Palatin, auf dem Pincio, in den herrlichen Parks der ewigen Stadt, und was hätte Böcklin wohl anfangen sollen, wenn er die Cypressen der Toteuinsel nicht gehabt hätte, von den kleiueu Malern uud Malerinnen ganz zu schweigen, die jahrein jahraus Cypressen malen, an deu Zitrouenbäumen aber vorsichtig vorüber gehn. Die Zitrone ist auch nicht malerisch; hin und wieder machen sich ihre gelben Früchte nicht übel, uud der ganze Baum gehört zu Italien wie die Kamelien und die Rosen; aber ein Zitrouenhain ist nicht halb so poetisch wie ein in Blüte stehender Apfclgarten im deutschen Vaterlande.
Dagegen die Cypressen! Als ich den Klosterhof im Lateran zuerst besuchte, saß ein weiß uud roter Chorknabe an einem steinalten Brunnen. Er rieb an einem silbernen Kircheugerät und summte ein Liedchen dazu. Über ihm hing ein blüheuder Kanielienbusch, und eine schlanke Cypresse staud zwischen ihm und dem Sonnenschein. Der Kreuzgang lag schweigend; nur grüne Eidechsen huschteu über die alten Mosaiken, uud aus der Ferne verklang das Orgelspiel der Kirche: das ist Italien.
Aber man könnte es auch das Land der Carabinieri nennen. Sie gehören zu der Landschaft wie die Cypressen und sind auch schön, still und erhaben. Auf jeder Station der Eisenbahn sieht man die schlanken Lente in ihrer kleidsamen altmodischen Uniform stehn; meistens rühren sie sich nicht vom Fleck, bis der Zng wieder abgefahren ist. Alle Italiener sind lebhaft, nur die Carabinieri machen eine Ausnahme von der Regel. Dabei find sie alle jnng und hübsch; mit roten Bnckchcn und unschuldigen Schnnrrbärtchen; aber so ernst, als sei das Lachen eine Sünde. Eine alte, mir bekannte Dame in Rom wollte den Armen drei Lire geben, wenn ste einen Carabiniere lachen sehen könnte. Sie hat ihr Gelöbnis bis zu zehn Lire erhöht, ist das Geld aber nicht los geworden. Und dabei standen an jeder Straßen- Grenzboten III 1902 40