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Von der neuen Physik :
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Musikalische Zeitfragen

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eine kurze Zeitspanne lang auftauchen, um wieder im Nichts zn verschwinden, während Gott uud das ewige Leben der Seligen einen ewigen Tag schaffen. Meint man aber die Abergläubischen und die Feinde der Wissenschaft aus Bigotterie, sv wäre es doch wahrhaftig kein geeignetes Mittel, diese zu bekämpfen, wenn man dem Publikum die Thatsache verbergen wollte, daß die Wissenschaft schon längst über den Darwinismus hiuans fortgeschritten ist; das wäre ja die Praxis, die man immer, und zwar mit Recht, den Kirchen, namentlich der katholischen Kirche zum Vorwurf macht. 2-

Musikalische Zeitfragen

von Hermann Aretzschmar ^ Falsche und richtige Zeitfragen

nter musikalischen Zeitfragen sind hier nicht Fragen über Tempo und Takt sondern, dem allgemeinen Gebrauch des Begriffs ent­sprechend, musikalische Angelegenheiten besonders dringlicher Natur gemeint. Es handelt sich bei ihneu um Einrichtungen, Bräuche und Anschauungen, die, von Haus aus gut uud vernünftig, im Wandel der Zeit veraltet, bedenklich und gefährlich geworden sind, die ohne Zeitver­lust verbessert oder beseitigt werden müssen. Auch die Künste sind der Er­krankung und dein Siechtum ausgesetzt, die feine Natur der Musik in be­sondern, Grade. Darum genügt es nicht bloß, ihre Leistungen und ihre Arbeit zu verfolgen, sondern es bedarf der beständigen Beobachtung ihres Gcsamt- orgcmismus uud rechtzeitiger Eingriffe in die Anfänge falscher Entwicklung.

Diese Fordernng wird gruudsätzlich allgemein zugegeben, aber thatsächlich sehr wenig befolgt. Der gegenwärtige Nutzen und die zukünftige Entwicklung ihrer Kunst liegt ganz gewiß allen Musikern ohne Ausuahme am Herzen, aber ebenso gewiß ist es, daß die überwiegende Mehrheit der Musiker eine ganze Reihe arger Mißstände und Schäden kurzsichtig übersieht und sich un­fähig erweist, die wirklichen Zeitfragen zu stellen und zu lösen.

Am einfachsten läßt sich das aus dem Inhalt und der Richtung der heutigen musikalischen Kritik beweisen. Dabei soll dieses Wort im umfassendsten Sinne verstanden werden und sich über die gesamte musikalische Schriftstellerin, wissenschaftliche uud populäre jeder Art, über Bücher und Zeitungen erstrecken. Quantitativ ist diese Kritik eine Macht, jedes Städtchen, wo ein Wochen­blättchen bestehn kann, stellt in ihm auch einen besondern Musikwächter. Auch hoheu Wert werden ihr alle zugestehn, denen etwas von der Fülle der Be­lehrung zugekommen ist, die durch die großen Musikerbiographien, durch die Schriften bedeutender Komponisten über das nennzchntc Jahrhundert ausge­streut worden ist, alle, die erfahren haben, was der gute Kritiker einer