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Niels Glambäk : wie er ein Mann wurde : erster Teil
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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Sie vielleicht weittragende Schlüsse gezogen? Er wandte sich plötzlich Niels zu und sah ihm scharf in die Augen.

Ich weiß nicht recht, inwiefern weittragend? fragte Niels sehr verlegen.

Ich habe hier, fuhr die Exzellenz fort, ich habe hier einen Brief von Ihrem Onk von dem Redakteur (und während er sprach, riß er den Brief in Stücke, aber ganz leidenschaftslos und gleichsam geistesabwesend) eiuen Brief, worin solche Schlüsse unstreitig gezogen sind, ja bis zum äußersten gezogen

Als ich mau hatte mir jn die Thatsachen verborgen gehalten, ich hatte sie auch vor mir selbst verborgen aber damals, als ich erfuhr, daß Sie, kurz ge­sagt, daß Sie existierten hier hielt er inne und schien sich zu sammeln.

Damals beschloß ich, Sie zu sehe«, Sie kennen zu lernen, Ihr Freund zu werden Sie in Ihrem Studium zu unterstützen und so weiter, daß es Ihnen nie an etwas fehlen sollte das haben Sie sich wohl selbst gedacht? Nein, ich will nicht hören, ob Sie sich das selbst gedacht haben

Ja, Sie müssen es hören, Herr Huitfeldt, denn ich habe leider manchmal dergleichen gedacht, es ist sehr undankbar von mir. . .

Dann haben Sie Wohl auch gedacht sagte Huitfeldt und hielt die Fetzen des Briefes von dem Redakteur zusammengepreßt in der ausgestreckten Hand, dann haben Sie wohl auch weiter gedacht weiter?

Aber kann man denn noch weiter denken? rief Niels.

Das freut mich! sagte Huitfeldt mit lauter Stimme. Ihr Ton ist echt. Doch muß ich noch eins aussprechen. Wenn ich sterbe, fallen meine Güter und mein Vermögen dem zu, der meinen Namen trägt. Meine Familie ist die auf Söholm, das müssen Sie wissen; Sie dürfen nichts andres denken. Jedenfalls . . . aber hier brach er schnell ab.

Niemals in alle Ewigkeit habe ich . . .

Ich glaube Ihnen, lieber Niels. Und nun wollen wir schließen und nie wieder sprechen von

Er machte eine Pause und rief dann schmerzlich: Ach Gott, ach Gott

Er setzte sich langsam; die Fetzen des Briefs von Redakteur Glambäk fielen aus der schlaff herabhängenden Hand auf den Boden. Komm zu mir her, mein Freund, mein Freund!

Liebkosend ließ er seine Hand über Nielsens Haar gleiten uud flüsterte: Du hast doch wohl ein Bild von ihr, nicht?

Niels ergriff die schlaff herabhängende Hand und hielt sie lange fest, während die alten Gedanken und die Sonnenstrahlen längst entschwundner Zeiten leise durch das Zimmer glitten. Es schien, als würden sie von dem hellgoldnen Schein, den die Abendsonne zum Abschied durch die hohen Fenster sandte, getragen, sie schienen mit diesem aus dem Raum zu verschwinden, dann eine Weile in den Kastanien­blättern draußen zu spielen und schließlich von dem mattweißen Himmel aufgenommen zu werden, als Wesen der Ewigkeit, die zu ihrem Ursprung zurückkehren.

Und während alle dem klcmgeu Flötentöue wehmütig durch die dunkeln Alleen.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Nochmals derKlatsch." Aus dem Kreise der höhern preußischen Ver­waltungsbeamten wird nns geschrieben:Es ist jedesmal erfreulich, wenn die Grenz­boten den bedauerlicherweise überhandnehmenden Angriffen gewisser Blätter ans den Kaiser entgegentreten. Der Artikel über die Krefelder Vorgänge in der vorletzten Grenzboten III 1902 28