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Italien und die römische Frage
zöllnerischer Organisationen vor, als sie sich erst zu organisieren anfingen. Sie haben der Negierung nicht die geringste Hilfe geleistet. Hätten unsre Gc- heimräte noch zehnmal mehr Industrielle befragt, der Bundesrat hätte doch immer den Gesamteindruck von ihren Wünschen erhalten: Nur höhere Schutz- zollmauern! Der industriellen Zollerhöhungcn im Verhandlungstarif wegen sollte deshalb an: wenigsten der Verein den Entwurf zu Falle gebracht zu sehen wünschen. Die Verhandlungstarifsätze können durch die Vertrüge herabgesetzt werden, und dabei der Regierung mit praktischen, sachlichen, staatsmännischen Argumenten uud Ratschlägen gegenüber den rührigen, wohleingerichteten schutzzöllnerischen Beratern an die Hand zu gehn, sollte er jetzt für seine Hauptaufgabe betrachten, nicht aber sich jeden Einfluß durch Kokettieren mit den Obstruktivuisten verderben.
Wir geben Schmoller Recht, wenn er in einer Nachschrift zu dem Schachtschen Aufsatz die Hoffnung ausdrückt, „daß der Tarif trotz seiner Fehler in den Händen einer geschickten Diplomatie immer noch genügende Chancen für Verhandlungen mit dem Auslande biete." Es wäre nur sehr zu wünschen, daß, wie wir schon vor Jahr und Tag einmal verlangt haben, unsre nationalökonomischen Autoritäten nicht nur ihre schriftstellernden Schüler zur eingehenden und unbefangnen Besprechung des Zolltarifs veranlaßten, sondern sich selbst mit ihrem ganzen Gewicht und Namen dieser Aufgabe unterzögen. Die große Masse mehr oder minder einseitig gehaltner Vereinsvorträge von Professorcu, die dann in Broschürenform den Büchermarkt überschwemmten, haben bisher zur Klärung der parlamentarischen Lage des Tarifs auch nicht das geringste beigetragen. Die Misere der Lage gereicht den derzeitigen Vertretern der nationalökonomischen Wissenschaft nicht gerade zum Ruhm. Möchte auch von dieser Seite der Vernunft und der Wahrheit noch in der letzten Stunde einiger Succurs kommen. Die Lage ist doch wirklich ernst genug.
Italien und die römische Frage
360 bis ^ 8 70 von Otto Raemmel
(Schluß)
l o standen die Franzosen wieder in Rom wie vor der Scptember- konvention, und Napoleon hatte aufs neue ein kräftiges Mittel in der Hand, Italien durch Verheißung von Zugeständnissen in der römischen Sache in das Bündnis gegen Deutschland I hereinzuziehn. Andrerseits waren freilich die Italiener über die „Mörder von Mentana" aufs höchste erbittert und viel eher geneigt, sich im Falle eines Zusammenstoßes mindestens neutral zu halten. Insofern lief diese