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Niels Glambäk : wie er ein Mann wurde : erster Teil
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Es wurde bei Tisch eifrig Politisiert, mit Ausnahme von Herrn Engelbrecht, der die Politik geringschätzte und nie eine Zeitung las. Die Herren gehörten alle zur Rechten. Man sprach von dein bevorstehenden Minister- nnd Systemwechsel, dem bevorstehenden Stnrz der Rechten als Regierungspartei. Der Meiereiinspektor zeigte sogar die neue Miuisterliste; seine Zeitung hatte sie an diesem Tage gebracht, doch vorerst nur gerüchtweise. Sie war vom größten Interesse, besonders hier auf dem Hof, deuu Huitfeldt war ja unter den gestürzten Ministern.

Wie die neuen Namen vorgelesen wurden, wurden sie von lauten Rufen des Spotts oder der Entrüstung begleitet, je nachdem der Charakter des Einzelnen gerade beschaffen war. Hierauf folgten die Kommentare, uud diese Ware» nicht schmeichelhaft.

Als dies eine Zeit lang gedauert hatte und eine Art Pause eingetreten war, sagte einer ganz wehmütig:

Ja, es geht abwärts. Von Karl Huitfeldt zu Wilhelm Strihme! Von Strihme kommen wir bei Gott das nächste mal zu Glambäk, dem sozialistischen Redakteur.

Hm! erklang es nun von Fräulein Lassen, uud so gewohnt war man, auf das zu achten, was von dieser Seite kam, daß sogleich Stillschweigen eintrat, uud man sich daran erinnerte, daß ein Verwandter Glmnbäks am Tische saß.

Niels war rot geworden, er sagte:

Ich meine nun, es sei gut, daß das Volk zur Herrschaft gelangt.

Der Verwalter sagte gutmütig: Darf ich mit Ihnen anstoßen, Herr Student? Es ist recht, daß Sie Ihren Onkel verteidigen.

Es entstand eine kleine Pause, dann sagte jemand:

Wie Exzellenz es Wohl aufnehmen werden, unsre Exzellenz?

Wieder entstand eine Pause. Dann fielen die Bemerkungen abgerissen:

Es muß den König schwer gekränkt haben.

Den König ich würde lieber abgedankt haben.

Der König nein, der hätte Härte gegen Härte setzen sollen.

Das konnte er nicht wegen der andern. Der König wollte zeigen, daß es deren Schuld sei.

Der König will zeigen, wie es geht, wenn die Rechte ihn im Stich läßt. Die Königsmacht ist geschwächt.

Potztausend! Wenn die Königsmacht sich rührt, dann werden alle beide, die Rechte und die Linke artig.

Die Sozialisten und die von der Linken geraten aneinander, ihr werdet es schon sehen. Was meinen Sie, Herr Eugelbrecht?

Wie beliebt? Nuu ich meine: ornus äselivs.

Hochmütiger Kerl! murmelte der Verwalter.

Nun hob Fräulein Lassen die Tafel auf.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Partei, Politik und Wissenschaft. Professor Friedrich Paulsen spricht in seinem neuen Buche überDie deutschen Universitäten uud das Uuiversitäts- studium" (Berlin, A. Asher und Co., 1902) auch mehrfach über die Stellung der Wissenschaft zur Politik uud zu den politischen Parteien. Er thut dies in einer Weise, die zwar den modernen Anschauungen mit sehr feinem Gefühl Rechnung trügt und deshalb bei der Mehrheit der politisierenden Gebildeten und namentlich auch bei unserm höhern Beamtentum viel Lob erwarten darf. Aber gerade die er-